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Judaica · 1936-11-01 · 19-20 (November 1936) · page 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
19-20 (November 1936)
Date
1936-11-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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193° ist er Rabbiner in Humenne. Das „Jüdische Lexikon” hebt seine von Pilpulistik freie Art des Studiums hervor, bei welchem er nach Wahrheit forscht und in den Spuren der alten Rischonim wandelt. Der nach Wahrheit verlangende Geist lebt sich am besten m Geschichte und Wissenschaft des Judentumes aus. Als ifjjähriger veröffentlicht er bereits „Mizwat Tarjag”, in welchem sich diese Bestrebungen offenbaren. Ein Feind der Heuchelei und Zweideutigkeit, meidet er Alles, was Politik heisst und zieht sich immer mehr auf seine Studierstube zurück, die allerdings allmälig eine Hochstation der 'wissenschaftlichen Kommunikation mit dem weitem Auslande wird. In Nädudvar wird er schon Mitarbeiter der amerikanischen hebräischen Ency» clopädie „Ozar Jissrael”, während er in „Nite Bachurim” und „Tel talpioth” talmudische Abhandlungen publiziert. In Holleschau arbeitete er an eine vollkommene Ausgabe des „Abdurrham”. Fernere Arbeiten sind: „Jissrael ben haamim” (1920), „Perus jud-gimel midot se-ha-torah nidreset bähen” (1922), nach dem Manuskript in Oxford. Im Jahre 1924 gibt E. eine korrekte Ausgabe. des „Sefer ha-pardet le-Rasi” heraus mit seinem Kommentar, der beifällig beurteilt wird. Im Jahre 1925 beginnt sei» ne hebräisch-wissenschaftliche Zeitschrift „Ozar hajachim” zu erscheinen, die die Aufmerksamkeit der jüdisch-wissenschaftlichen Welt, der alten wie der neuen, auf die Person des Verfassers gerichtet hat. In Deva wird dafür eine eigene Druckerei eingerichtet, in Humenne (gedruckt in Bereho) wird der Bestand der Zeitschrift noch schwerer erkämpft. Es sind darin vom Verfasser bei 2000 Artikel, Studien über Talmud, Midrasch, Exegese, Decisionen, Geschichte und Bibliographie enthalten. Im Jahre 1927 kommt der erste Band vom „Abdurrham ha-salem” heraus, im Jahre 1928 „Tesubat hageonim” aus der Genisa mit Anmerkungen unseres Lands» mannes, Professor Marmorstein in Londo und des Herausgebers. Gegenwärtig erscheint „mi- Gibeat hamore” Kanzelreden am Todestage Mosis und das Responsenwerk „Mekor majim chajim”. Seit dreissig Jahren arbeitet Rabbi Ehrenreich an einem Standard-Werk über den jerusalemitischen Talmud, in welchem alle Lehrsätze desselben nach den Namen der dortigen Tanaiten und Arnoräer geordnet sein werden, mit Noten über die verschiedenen Lesarten und ihre Bedeutung. Darin werden alle im Namen des Talmud Jerusalem mitgeteilten Aussprüche gesammelt, die darin nicht vorzufinden sind, es wird auch eine grössere Arbeit über die Zw’eifelfrage enthalten sein, ob es einen Talmud Jerusamli Kadasim gab oder nicht, eine Bibliographie aller Werke und Aufsätze über den Talmud Jerusalmi, auch derjenigen Bücher, die über Jerusalmi geschrieben und verloren worden sind. Dieses Werk würde dem Talmud Jeru» salmi wieder seinen gebührenden Rang im Beth-hamidrasch anweisen. Diese geistige Herkulesarbeit eines Einzelnen in einexii Winkel des slovakischen Judentumes erinnert an jene Zeiten, wo die grossen Gelehrten in kleinen Gemeinden lehrten und lernten, ungestört vom Lärme der Grosstadt und den allzuvielen zeitraubenden, wenn auch lukrativen Rabbinatsagenden der grossen Gemeinden. Nur die radioaktive Kraft des lesem somajim kann mit solch kleinen Mitteln so Grosses schaffen. Die Thora wurde ja auch auf dem kleinen Berge Sinai und nicht auf dem Gaurisankar gegeben. Darum gab es auch keine Jeschiba in der grossen jüdischen Metropole. Sollen wir diese einfache, aber herzliche Würdigung der wissenschaftlichen Wirksamkeit des Hummeneer gar mit einem Appell um materielle Förderung seiner Arbeit beschlossen? Jedenfalls nur in der poetischeren Form des Jozer: Or olam be- Ozar chajim! Dieses schöne Flammenzeichen hebräischer Wissenschaft möge eine dauernde Leuchte bleiben! Der Name Chaim Ehrenreich aber werde symbolisch für Chaim sei R o v o d - we-o scher! La monde oriental, revue des etudes orientales. Tidskrift för orientaliska studier. Vol XXIX 1935 publ. par H. S. Nyberg. Uppsala. Den jüngsten Band füllt das Register und die Besprechung der arabischen, persischen und türkischen Handschriften der Universitätsbibliothek in Uppsala, dargestellt von K. V. Zetcersteen aus. Es sind Berichtigungen und Ergänzungen zum Kataloge der Bibliothek. — H. S. Nyberg widmet den zwei dahingegangenen schwedischen Gelehrten, Jarl Charpentier, dem berühmten Sanskritisten und Polyhistor an der Uppsalaer Universität und Pontus Leander von der Gothenburger Universität einen würdigen Nachruf, ln der Revue „Comptes-rendue”, noch von Charpentier redigiert, grösst der wunderbare 33

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