Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 19-20 (November 1936)
- Date
- 1936-11-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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(fnttrf of thr ilutirii i&s&tji. jUtatirr* (T *5 tlü : 'äiju&l yJctiuu ■tueuftüj £f&t* (uutiA ku4/tin Gt-*** & “df&JU ÜOilUj'- /iL/C yteuu (fi&tü &bAdl>t& hrJviUl^, fy^QxuutJ &ffä(fyiiH^. der amerikanischen Landeskonferenz der Zionisten in Cleveland, konnte Brandeis nicht die Majorität für ein Vertrauensvotum erhalten. Er trat, als Mann von staatsmännischen Manieren, zurück. Wer waren die Delegierten dieser Konferenz, die ihm das Vertrauensvotum verweigerten? Wer garantierte für ihre einwandfreie Art der Wahl? Wolke das amerikanische Judentum oder die Zionisten wirklich Brand eis gegen Lipsky tauschen? Brandeis richtete damals einen Appell an das jüdische Volk. Es stehe auf dem Scheidewege! Eine nationale Bewegung, die über keine staatliche Machtmittel, über keine Polizei- oder Gerichtsbarkeit verfüge, und nur durch moralische Kraft Vertrauen und Oofer gewinnen könne, müsste bedeutende, charaktervolle, vertrauenswürdige Führer an die Spitze setzen. Er verurteilte die Methoden Weizmanns und Ussischkins aufs Strengste. Vergebens, Brandeis durfte über den Präsidenten der Vereinigten Staaten richten, aber nicht über den Präsidenten der zionistischen Exekutive. Dieser Appell bleibt eine historischer, schon darum, da er aus den Räumen des obersten Bundesgerichtes von Amerika klang. Wer erinnert sich daran? Ist in einem der zahllosen Festartikel zu seinen Ehren davon die Rede? ,,Das jüdische Volk hatte einen Brandeis, aber Brandeis hatte kein Volk!” Brandeis als Mensch. Er ist der ideale Typus des Amerikaners im besten Sinne des Wortes, er tritt überall nur als Gleicher unter Gleichen auf, sein demokratisches Prinzip wird durchwärmt von der Demokratie des Herzens. Er ist im Verkehr der perfect gentleman und guter Kamerad zugleich. Gerade der Vielbeschäftigte ist niemals too busy! Man ist sicher in jeder guten Sache von ihm eine sofortige Erledigung zu erlangen. Grosse Männer haben immer Zeit. Als ein von vielen Exempein sei sein eigenhändiger Brief an den Herausgeber angefügt. Als wir hier die Judaica-Abt&lung an der Komensky* Universität gegründet haben, richteten wir an Brandeis, den Masaryk in seinem Werke so hoch einschätzt, die Bitte, uns sein bestes Werk für die Bibliothek zu spenden. Die Erledigung kam, wie immer, postwendend, von einem eigenhändigen, herzlichen Schreiben begleitet. Auch das gespendete Buch „Other people’s money” enthält eine liebenswürdige Widmung an unseren Redakteur, ein Reliquie, von dem great old man des Judentums, der in dessen grössten verhängnisvollsten Zeit seine Pflicht als Mensch, Amerikaner und Jude mit soldatischer Treue und Hingabe erfüllt hat. Notizen Die Jlrjudaica” sah sich bemüssigt, sich der Reihe jener Staaten anzuschliessen, welche zur Sicherung ihres Staatshaushaltes die Devalvation durchgeführt haben und hait im vergangenen Abonnementjahre eine 30% Reduktion ihrer Editionen bewerkstelligt, ohne befürchten zu müssen, dass diese Devalvation ähnliche wirtschaftliche Schädigungen im Kreise derjenigen, welche zu unseren Werten Zutrauen hatten, hervorbringen würde. Es sind nicht finanzielle Ursachen allein, die eine Verlangsamung unserer Arbeit bewirkt haben, sondern vielmehr 30