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Judaica · 1936-11-01 · 19-20 (November 1936) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
19-20 (November 1936)
Date
1936-11-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Kirth (der Ahnherr derer v. Frankl). Die Vorsteher, mit denen sich das Kaiserpaar lange unterhalten hat, werden wohl Salamon Bernauer, Hirsch Spira, Abraham Ullmann, Abraham Hirsch Lemberger gewesen sein. Zur gebotenen Ehrung des Staatsoberhauptes galt es für erlaubt, die in der Synagoge sonst verpönte Instrumentalmusik und zwar sehr ausgiebig zu gebrauchen. Die arme Kaiserstochter Maria Louise klagt in ihrem Briefe, dass sie Herzklopfen bekam, wenn die Pauken und Trompeten einfielen. Beim Einzuge des Grafen Leopold Palffy als Obergespan des Komitates Pressburg im Jahre 1822, überreichte ihm die Gemeinde ein von dem berühmten Privatgelehrten Ber Oppenheimer verfasstes Festgedicht, von dem uns kein Exemplar vorliegt. Jedoch hat Oppenheimer den hebräischen Text der Ode in dem Wiener hebräischen Jahrbuche „Bikkure haittim” abgedruckt. Zu dieser festlichen Gelegenheit hatte die Judengemeinde Lichtgewand angelegt. Eine gänzlich unbeachtet gebliebene leichte Bleistiftzeichnung im Archiv der orth. Gemeinde „der Riss zur Beleuchtung zu Ehren der Installation des Grafen Palffy am 19. August 1822” zeugt davon. Ein wertvoller Fund! Das Objekt der Illumination ist unverkennbar die alte Synagoge, wie sie bis zum Neubau im Jahre 1863 ausgesehen hat. Möglicherweise ist es sogar die ursprüngliche Form der Synagoge vom Jahre 1719, wie sie Heines Urgrossonkel, Markus Meir Michel Pressburger erbauen liess, da im Jahre 1783 die Synagoge nur vergrössert und umgebaut wurde, von einem Neubau (wie 1863) ist demnach keine Rede. Die Bilder und Aufschriften auf dem Illuminations-Objekte verdecken wohl die Fenster. Im Erdgeschoss sieht man Männer- und Fraueneingang separiert. Die beiden Bilder sind keine naturgetreue Portraits. Man sieht hunderte Beleuchtungskörper, Gläser mit nationalen Farben, die durch Öl¬ oder Kerzenlicht erhellt waren. Das Wappen am Giebel ist nicht genau reproduziert. Ein ertragreiches Jahr der hebräischen Festdichtung war das glorreiche Jahr 1825. In unserer nächsten Nummer wird über das Festgedicht Moritz Kornfelds berichtet. Zur Krönung der Kaiserin Carolina Augusta als Königin von Ungarn, ein historischer Tag, von welchem der schöne Obelisk auf dem Republikplatz (früher Marktplatz) noch heute zeugt, gab es gar zwei F°,stausgaben, das hebräische Festgedicht des Ber Oppenheimer mit der deutschen metrischen Übersetzung von seinem Sohne Ignatz, und die Gebete und Gesänge des Festgottesdienstes vom Lehrer Skreinka. Bemerkenswert ist, dass der Chatam Sofer, der ja selbst geistlicher Dichter war, diese Dichtungen, auch nicht das Festgebet für den Tempel, nicht selbst verfasste, sondern sie den Meistern der Dichtung und sogar seinem kühnen Opponenten Ber Oppenheimer überliess. Das Jahr 1825 der Pressburger Judengemeinde würde eine besondere Monographie erfordern. Die Krönung Ferdinands zum „jungen König von Ungarn” im Jahre 1830, wird wieder mit einem Festgedichte und besonderem Tempelgebete von Chaim Pollach (nicht zu verwechseln mit Chaim Pollack) aus Ungarisch 18

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