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Judaica · 1936-11-01 · 19-20 (November 1936) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
19-20 (November 1936)
Date
1936-11-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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war. Ebenso musste der Krönungszug Leopolds II. einen solchen prachtvoll dekorierten und beleuchteten Triumphbogen passieren, der von Orchestern und Männerchören flankiert war, die aber schon beim Anblicke des goldüberladenen Herolds in der Meinung den Kaiser vor sich zu haben, mit grosser Tusch eingefallen sind und beschämt abhackten, als sich darob ein Gelächter erhoben hat. Der Gemeindevorstand hatte einen Ehrenplatz bei der Krönung erhalten und Leopold II. hatte persönlich dem Judenrichter Jakob Mandl, genannt Koppel Theben, die schwere goldene Krönungsmünze überreicht. Auch besitzt das jüdische Landesmuseum in Budapest die auf Seide gedruckte deutsche Huldigungsadresse (in nicht sehr imposantem deutschen Style), die bei dieser Gelegenheit überreicht wurde. Der Gemeindevorsteher, der auch „Führer und Versorger des Landes(judentums)” gewesen ist, erlangte bei dieser Gelegenheit die gewünschte Zugeständnisse. Das war derselbe Judenrichter, der im Jahre 1799 bei der im Primatialpalais in Pressburg in der Audienz bei Kaiser Franz sich hinreissen liess, mit der Hand auf den Tisch aufzuschlagen und auszurufen: „Majestät, wenn wir gleiche Rechte haben werden, kann man von uns gleiche Pflichten fordern.55 Franz I. von Ungarn rief darauf entrüstet aus: „Will er seinem Kaiser Vorschriften machen?” und wendete dem Juden Vorsteher den Rücken. Dieser wurde halbohnmächtig aus dem Saale geführt — aber sein Gesuch erhielt noch am selben Tage die eigenhändig geschriebene kaiserliche Genehmigungsklausel. Der denkwürdigste Festgottesdienst fand aber am 13. Mai 1802 in der Pressburger grossen Synagoge statt, bei welcher das Kaiserpaar und der ganze Hof erschienen war und dreiviertel Stunde lange daselbst geweilt hat. Maria Louise, die spätere Gattin Napoleons, wohnte ebenfalls dieser Feier bei und hat sie in etwas launiger Weise geschildert. Die Juden hätten nach jedem Psalm derart Vivat geschrien, dass ihr schier der Atem vergangen wäre. Die Gemeinde stand dazumal ohne Oberrabbiner, die Rabbinatsagenden versahen die Rabbiner Daniel Prossnitz, Mordehaj Tosk und Schalom Halevi AI IZR.KÖZSEGÄLTAL [FIELT EF1LEK IFEfLEhC JOISEF mh PESTI LÄTOGATASAKOR Triumph-Säule der Fester Juden 1852 17

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