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Judaica · 1936-11-01 · 19-20 (November 1936) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
19-20 (November 1936)
Date
1936-11-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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lende jüdische Tragödie . . „sogar die kalten Herren”, die jede Begeisterung durch ihre Kälte zum Niederschlag bringen .. . wie die kalte Fensterscheibe, an welcher sich die gefangene Lerche, die jubilierend zum Himmel ansteigen will, den Kopf zerschlägt! Wer, der den tausendjährigen Schmerz beschwören wollte, kennt nicht diese kalten Herren, die „andere Schmerzen” haben, als den tausendjährigen! Heine erschaut es schon damals, dass die Träne des Judenschmerzes keinen anderen Weg hat, als in den Jordan. Nein, diesen Vulkan hat kein pädagogischer oder literarischer Laternenanzünder brennen gemacht! Das war die Kesselglut, die in der geheimsten Herzenskammer des „Gilgüls” (Seelenwanderung) Simon van Gelderns gebrannt hat, dieses Simon van Gelderns, der den Namen seines Pressburger Grossvaters, wie eine ewige Mahnung an seine historische Mission herumtrug, aber gleich Hamlet zu schwach war, sie zu erfüllen und zwischen Pflicht und Neigung, von zwei polaren Kräften angezogen um die ganze bekannte Erdenwelt gravitierte, um in dem „Kabbalistennest in Safed” der Versuchung, die den bezaubernd schönen Kabbalisten mit aristokratischem, weltmännischem Auftreten mit tausenden von schönen anbetenden Frauenaugen lockte, zu entrinnen. Wahrhaftig es ist mehr in Heine, dem Geisterseher, dem Forscher nach Elementargeistern, dem ewig von Elfen und Engeln umgebenen Heine, mehr von Safed als von Göttingen! II. Verschwägerung der Familie Brüll mit dem Pressburger Stammhause Heines Heut zu End gesetzten Dato ist zwischen denen Parten nemlich der Hr. Samuel Brül als Vatter des Braütigams Saloman, auch der Braütigam selbst, an Einen, dan der Herr Simon Löbl Freystadtier als Vatter der Braut Rösel und die Braut selbst, änderten Theils folgender Heürats Contract verabredet, und mittelst Mantelgrif und Handstreich unwiderruflich geschlossen worden als i-tes. Besagter Braütigam Saloman hat die Erstbesagte Jungfer Braut Rösel unter dem Ehe-Himmel mit einem goldenen Trau Ringel vermög Moses und Israeliten Gesatz zu einer Ehefrau geheüratet, dieselbe hat auch die Ehe ihme eingewilliget und gebräuchlich angenommen. (Rösel, Urenkelin Michellesers.) 2. t. Gedachter Braütigam hat sein völliges Vermögen zur Heürates Gut eingebracht, und sich mit Ehrbaren Kleidern zum Sabat-Feyertag- und Werktage bekleidet. Auch an der Braut Geschenke und Kleinodien gegeben, alles vermög seines Standes und a proportion des Heurats Gut. Auch hat er von seinen Brüdern den Staar Cholizo oder sogenannten Schuhe Ausziehungs Brief vermög jüdischen Gesatz verschaft. Nichtminder hat der gemelte Braütigam der Braut auf ihr eingebrachtes Heüratsgut eine mei ein aüsserliches drittentheil Vermehrungs Staar pr. f. 1650.— geben. 4

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