Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 17-18 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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heroische Leben unseres grossen Landsmannes zu lesen? Wo in den tag-täglichen Deklamationen von jüdischer Kultur in Palästina fiel nur ein Wort von dem Geistesriesen Rabbi Salamon Aaron Wertheimer? Er, der Entdecker der Maimonides-Genisa in Kairo, musste schwer um kleines Geld ringen, während wir hier Hunderttausende in das Danaidenfass der KKL-Beamtenschaft schütten? Was war im „Mult es Jövd”, dem Organ für Palästina-Kultur, das schon jeden einzelnen Schomer, jede Schauspielerin von Erez Israel in Wort und Bild vorgeführt hat über das herrliche Lebenswerk unseres Landsmannes zu lesen? Hamayon, hebr. Zeitschrift für Exegese, Homiletik und Geschichte, herausgegeben von der Vereinigung der Pressburger Rabbinatsschüler, Bratislava, Zamocka 74. Preis 30 Kronen jährlich. 3. Jahr. Heft 1. „Urahne, Grossvater, Vater und Kind” haben hier den Stempel ihres Geistes aufgedrückt. Zwei Manuskripte des Chatam Sofer, je eines vom Ketab Sofer und Sebet Sofer s. 1. erstehen hier zum neuen Leben. Kulturhistorisch interessant ist die Einweihungspredigt des Ketab Sofer bei der Eröffnung des neuerbauten grossen Tempels, von welchem an einer anderen Seite unserer Zeitschrift die Rede ist. Es folgen Abhandlungen von Sofer Mahir und Maharam Schick. Im halachischen Teil sind Dezisionen vom Oberhaupt der Jeschiba, Oberrabbiner Akiba Schreiber, ferner R. David Katzburg-Väcz, Rabbi Feldbrand- Sebes, Rabbi Grünberger-Cell und R. Israel Weltz Budapest enthalten. Es folgen Beiträge vom Dozenten Rabbi Samuel Schreiber, J. N. Stern, M. A. Krausz, Jekutiel Weisz r. I. Nagel und dem R. K. Einhorn. Zum Schlüsse werden Briefe von Rabbi Akiba Eger, und dem Chatam Sofer veröffentlicht. Es wäre sowohl im Interesse der talmudischen Wissenschaft, wie der besseren Verbreitung des Hamayon empfehlenswert über den Kreis der Pressburger Jeschiba, ihrer Meister und Schüler hinauszutreten und auch andere, so zahlreiche ungedruckte Manuskripte von dahingegangenen Gaonim zu veröffentlichen. Die Mitteilung, dass die wertvolle Zeitschrift wegen Saumseligkeit der Abonnenten nicht regelmässig erscheinen könne, ist ein schlimmes Zeichen der Zeit. Für Zwecke einer jüdischen Pseudokultur werden hier Zehntausende nutzlos vergeudet. Harry Houdini der „Fürst im Reiche der Magie“ Im kleinen Städtchen Appleton im Staate Wisconsin erblickte ein Säugling mit seltsam klug blitzenden Augen das Licht der Neuen Welt. Ist es Impresario-Bluff, der da erzählt, dass der neugeborene Junge Harry stets auch nachts, mit offenen Augen in der Wiege lag, ein Anblick der weniger unheimlich wurde, als man keine nachteilige Folgen im Befinden wahrgenommen hat. Harry Weiss, der später den Namen des berühmten Zauberkünstlers Houdini angenommen hat, hat einen Weltruhm erlangt, der mir den Grössten auf dem Gebiete der Kunst, Wissenschaft und Politik wetteifern konnte. Er war mehr als der Grossmeister der Illusion, ein Phänomen mit seiner realen aber ans Wunderbare grenzenden Fähigkeit, sich von Ketten, Gefängnissen zu befreien und mit seiner Tcufelskunst die kompliziertesten Vexierschlösser zu öffnen. Er hat sogar den englischen Sprachschatz mit einem Begriffe bereichert. Das grosse Wörterbuch von Funk u. Wagnals in New- York enthält das Zeitwort houdinize: sich aus Ketten zu befreien, sich jeder Kalamität entwinden zu können. Er wird der gefeierte Star der Varietebühnen aller Länder. Er lässt sich an Händen und Fiiss m Schellen anlegen, 31