Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 17-18 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Schrift, welche eine kurze Biographie des in Jerusalem am io. Tamus 5695 verstorbenen grossen Gelehrten R. Salamon Wertheimer, eine vollständige Bibliographie seiner Werke und einige Nachrufe von Freunden und Verehrern enthält. Die Bibliographie zählt nicht weniger, als 31 Werke auf, darunter wissenschaftliche Forschungen von unvergänglichem Werte. In seinem letzten Werke, „Schaalat Schlomo”, erfährt man, welch ausgebreitete Korrespondenz der Rabbi A. S. Wertheimer in halachischen Fragen hatte, dass man ihn wie einen der grossen Rabbiner um religionsgesetzliche Dezisionen befragt hat. Form, Inhalt und Styl dieses Werkes werden begeistert gerühmt. Als Geburtsort Rabbi Wertheimers wird auch in diesem Werkchen Bösing angegeben, während von anderer massgebender Seite (siehe vorige Nummer Seite 20) mitgeteilt wird, dass er in Pressburg geboren wurde. In beiden Fällen wäre es Pflicht gewesen, dieser ausserordentlichen, hervorragenden Erscheinung, diesen wichtigen Faktor des Geistesleben Palästinas mit mehr Aufmerksamkeit und Erkenntlichkeit zu begegnen als es hier geschehen ist. Im Alter von 6 Jahren, im Jahre 1872 kam er mit seinem Vater nach Jerusalem. Jeder Augenblick war seither der jüdischen Wissenschaft geweiht. Zu seiner ausserordentlichen Begabung gesellte sich ein enormer Fleiss und eine selbstvergessene Hingabe für Talmudwissenschaft und Bibliographie. „Wie so viele Grossen in Israel”, fährt der Verfasser fort, „hat auch er stets in Armut, in Not und grosser Bedrängnis gelebt. Er hat die verlokkenden Anbote des Baron Sasoon und Chiefrabbi Gasters zurückgewiesen. Er wollte Jerusalem nicht verlassen. So rang er mit der Not bis er erkrankte und starb. Ich zweifle daran, ob wir ihm gegenüber unsere Pflicht getan haben . . . Meine Seele weint über diese Schönheit der Schönheiten, die der Staub verschlungen hat. Soll ich über ihn weinen oder über uns”, ruft der Verfasser in aufrichtigem Schmerz aus. Er wurde zum Leiter einer Jeschiba ernannt und zum Lektor in der Jeschiba „Or hameir”. Er war ein wunderbarer Vortragender. Sein Haus war der Mittelpunkt von Gelehrten, er erhielt Zuschriften von allen Ländern der Welt. Ein hervorragender Rabbiner schreibt über ihn: „Was er für die wissenschaftliche Forschung war, übersteigt mein Urteil, auf dem Gebiete der Talmudwissenschaft war er wie einer unserer grössten Gaonim”. An einer anderen Stelle wird mit Bewunderung von seiner persönlichen Erscheinung gesprochen, er war von hoher Gestalt, und schönem Aussehen, vornehm und adelig im Auftreten. Des jüdischen Lebens ganzer Jammer fasst uns da an! Wo war in unserer zionistischen, misrachistischen oder agudistischen Presse je etwas über das Alte Drucke Kol ebei „Stimme der Trauer“ auf den Tod des Rabbi des großen Gaon ... Rabbi Benjamin Seeb Fuchs, Oberrabbiner der Gemeinde Szered an der Waag. Seine reine Seele stieg zum Elimmel am 6. Tischri 5634 (1873), von Jakob Fischer Lehrer der Kinder Israels in Neutra. Wien 1874. Druck von Leopold Hahn. 120. 8 S. br. (Isr. Gemeindebibliothek Budapest) 25 sechszeilige Strophen. 30