Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 17-18 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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{1832). Die Sanktion des Chatam Sofers, die er eigenhändig auf dem Akte schreibt, datiert eigentümlicherweise erst vom 1. Ader, also 13 Tage später. Die in Nr. 5—6 ausgesprochene Vermutung, dass ihr Sohn, der Leiter einer Fressburger Schiffsgesellschaft, ihr ältestes Kind Bernhard war, ist unrichtig. F.s war ihr anderer Sohn Heinrich. Wir erfahren dabei (Tressb. Zeitg. 1839) dass es eine jüdische Schiffahrtsgesellschaft Turteltaub et Ullmann gewesen ist. Die Gesellschaft geht aber im selben Jahre in den Konkurs und die Masse wird in Pest versteigert. Im „Beth El” wird angegeben, dass Heinrich Schlesinger im Dezember 1838 zehn Leute, die mit ihren Kahn ins Eistreiben geraten waren, retten liess. Dieser Aufsehen erregende Vorfall geschah erst im Feber 1839. Der Grabstein des Chatam Sofer. Jetzt wo sich die grosse Wallfahrt zum 100-jährigen Grabe des legendären Thorafürsten, des Chatam Sofers vorbereitet, und sich die Forschung neuerdings mit dem Leben und mit der Aera des grossen Decisoren beschäftigt, ist es doppelt unangenehm, zu entdekken, dass man bei der Grabstätte des Chatam Sofers wieder fahrlässig vorgegangen ist. Der alte Grabstein aus Sandstein widerstand nicht länger dem Zahn der Zeit. Man beschloss daher einen neuen Grabstein aus Marmor an die alte Mazewa zu befestigen. Dieser Stein sollte natürlich die peinlichst genaue Nachbildung des alten Steines sein. Aber schon die Zeichnung des neuen Steines weicht unnötig vom alten Stein ab und es sind sogar Änderungen in der Aufschrift vorgenommen worden. Die schöne von wahrem Schmerze durchbebte Grabdichtung ist leider auch in der äusseren Form geändert worden.Während auf dem alten Steine jede Verszeile ihre besondere Linie hat, ist der Text auf den neuen Steine fortlaufend geschrieben. Es existiert eine Bildkarte, von der „Ungarländichen Jüdischen Zeitung” herausgegeben, die den alten Grabstein mit deutlich leserlichem Text darstellt und eine Handhabe bietet, die völlig unnötige und pietätsvolle Änderungen des ursprünglichen Textes zu konstatieren. Im Gemeindearchiv erliegt übrigens die Urschrift auf Pergament in schöner Merubaschrift. Wer der Verfasser war, ist vorläufig nicht mit Sicherheit festzuszustellen, vermutlich R. Mendel Kohn oder Ber Frenk. Herzl und Bne Brith An den Flüssen Basels sassen wir und weinten, wenn wir Herzls gedachten. Es war im Sommer 1905, am VII. Zionistenkongress, der erste, an welchem Herzl fehlte, und wie fehlte er! Ephraim M. Lilien, der grosse Künstler der jüdischen Renaissance, der glühendste Verehrer Herzls sass mit mir auf der Veranda des Casinos und sprach weltverloren ^ron der Grösse und von der Schönheit Herzls. „Man muss Künstler sein, um Herzls Schönheit zu verstehen. Das spanische Königshaus ist stolz auf die hohen Beine seiner Sprösslinge. Es sei die Erbschaft von Ahnen, die seit Jahrhunderten zu Pferde gesessen sind. Nun Theodor Herzl,. hatte diese hohen Füsse, die ihm den hoheitsvollen Gang verliehen haben. „Als Herzl starb,” erzählte mir Lilien weiter, „hatte ich gerade, das im Aufträge der Hamburger Bne Brith gemalte Fenster vollendet, wo ich Herzl als Moses gemalt hatte. Das „Berliner Tagblatt” fügte dem Nekrologe über Herzl das Bild meines Glasgemäldes bei. Tags darauf erhalte ich eine telegraphische Berufung nach. 28