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Judaica · 1936-07-01 · 17-18 (Juli 1936) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
17-18 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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bewahrer der göttlichen Urkunde, dass Ihr, die wahren Erben, nicht vor den Schranken der Weltgeschichte erschienen seid? Euch ist es doch kund, dass die Thora nicht mit dem Religionsgesetzen (Hachodesch) beginnt, sondern mit Bereschit, um durch die Geschichte der Erzväter, das historische Recht Israels auf Kanaan festzulegen, damit es nicht heisst, Listim atem! (Ihr seid Räuber!) Diese erste Stückchen Raschi war gelehrtesten Zionisten fremd und wir erkennen nun etwas spät die Weisheit des „klein Stückei Raschi”, das wir schon im Kindesalter erlernt haben. Im amerikanischen Volke lebt der Glaube, dass die englischen Länder darum vom Glücke begleitet sind, weil sie die Bibel bei allen Völkern verbreitet haben. Man muss gar nicht gläubig sein, um den ursächlichen Zusammenhang von den sittlichen und politischen Eroberungen Englands zu zu gestehen. Der wahre Schrittmacher, der ans Wunderbare grenzenden Expansion •des kleinen englischen Inselvolkes, war der todesmutige Missionär und wir, wir, die providentionellen Verkünder des messianischen Weltfriedens, deren Streitkolben die Menorah ist, der „Diener am Lichte”, die wir alle Gewesenen -und Werdenden bei Sinai gestanden sind, die wir alle Erdenfamilien geadelt haben mit dem Seherworte: „Lo behajil we-lo be-Koah, ki im beruhi, amar AdonJ Zeboath”, nicht mit Heeresmacht, nicht Gewalt, sondern in Meinem Geiste, spricht der Herr der Heerscharen, wir führen jetzt wirre Phantasiereden, von Bewaffnung und Legion, eine schwere Versündigung gegen das wahre Zionsideal, strategisch beurteilt ein sinnloser Knabenstreich und von unabsehbaren, unheilsvollen Folgen. Zurück zur Bibel! Leider ist das nicht immer gleichbedeutend mit zurück zur Orthodoxie, deren Führer in der Palästinafrage nicht die Urim we-Tumim der Bibel zu Rate gezogen haben, den kategorischen Imperativ, der aus den symbolischen Erzählungen von den beiden, gleichgeliebten Söhnen Abrahams, spricht, nicht befolgt haben. Jetzt war für die Aguda das Stichwort gegeben in das Proscenium des Geschehens in Palästina zu treten, seine Friedensmission zu erfüllen. Ein politischer Lampenfieber befällt sie im psychologischen Momente, sie unterliegt der Massensuggestion, statt ihre Rolle: Lo taalu welo tilachamu zu sprechen, schreit sie mit dem Haufen: Olo naale we-nirsuho! - Josef Fischer — 80 Jahre alt. Die Überschreitung der biblischen Altersgrenze ist die einzige biblische Überschreitung, die wir mit Genugtuung begrüssen. Sonst wünschen wir vom Jubilar, dass er sich ganz an der Bibel halte, in welcher Moses erst mit 80 Jahren recht zu führen begann, bis hundertundzwanzig Jahren — Hand in Hand mit dem Priester Aaron in einmütiger Wirksamkeit. Die Familie Fischer bildet den Grundpfeiler der Fortschrittsgemeinde. Josef Fischer sen. gehörte zu den ersten Vorkämpfern des Fortschritts in der alten einheitlichen Gemeinde, war Mitglied des vom Jüdischen Landeskongresse 1869 eingesetzten Distriktskomites und Mitbegründer der jetzigen Jesurun-Gemeinde. Seine Söhne und Enkel setzen sein Werk fort, sind stets bei allen Institutionen und Werken der Gemeinde und der gesellschaftlichen Philantrophie, so wie im Stadtrate tätig gewesen, errangen Auszeichnungen des Staates und Alles, was innerhalb des Judentumes an Ehrungen zu vergeben war. So sei es dem Jubilar im Kreise seiner Freunde weiter gegönnt, Förderer aller guten Zwecke und auch der jüdischen Wissenschaft und Heimatskunde zu sein. Herzl-Trauerfeier der Jesurun-Gemeinde. Im Tempel der Pressburger Jesurun-Gemeinde hielt Rabbiner Dr. Samuel Funk in seiner eloquenten Weise die Gedenkrede über Theodor Herzl und hob besonders den Feinsinn Herzls in allen religiösen Fragen hervor. Rabbiner Dr. Funk gedachte auch aller, aus der Pressburger Schule hervorgegangenen Palästina-Pionniere, vor allem des grossen Thorameister Chatam Sofer, ferner seines Sohnes, des Ketab Sofer, 26

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