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Judaica · 1936-07-01 · 17-18 (Juli 1936) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
17-18 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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heftig angegriffen, treu seinem Gelöbnis für seinen verfolgten Stamm in seiner Not einzutreten. Die zionistische Literatur hat nichts auf zu weisen, was seinem: „Brich aus in lautes Klagen Du düsteres Martyrerlied” gleichkommt. Das quolf elementar lavagleich aus mächtiger Herzensglut. Denn jüdische Literatur war dazumal noch keine lukrative Handelsware. Für die vielgescholtene Karaikterlosigkeit ist kein gütiger Wahrheitsbeweis zu erbringen, aber zahlreiche Gegenbeweise. Karakterlosigkeit ist eine rentablere Angelegenheit und resultiert in grösseren Schlussbilanzen, als Heine sie auf dem Sterbebette aufweisen konnte. Er war ein Märtyrer, seine unglückliche Liebe, aus welcher er „die kleinen Lieder” machte, war nur in einem Weibe symbolisiert, sein ganzes Leben war eine unglückliche Liebe zu Idealen die er nicht erreichen konnte, von Freund und Feind missverstanden und behindert. Er war aus dem Judentums und aus Deutschland verbannt und hat beide zärtlich geliebt, aber das Eine wie das Andere hat ihm ebensowenig Gegenliebe gegönnt, wie seine unglücklich geliebte Amalie. Er hat im Gartenparadiese seines Oheims die schöne, wohlerzogene, deutsche Jüdin Amalie ersehnt und das Schicksal höhnte ihn mit dem andersgläubigen, französischen, derben Volksweib in der Matratzengruft. Und diese grauenhafte Folterbank seines Lebens hat ihm keine unartikulierte Schmerzensschreie und Flüche erpresst, sondern, welch Wunder, selige, beseligende Lieder klangen aus der entsetzlichen Torturkammer! Wie die grossen Märtyrer hat er „Schmerzensstrafen mit Liebe empfangen!” „Qualen” spricht eine orientalische Weisheit „märzen aus die Sünden der Seele”. Seine Sühne war grösser, als seine Sünde. Nein, böse Menschen haben keine Lieder, keine solche Lieder! Die Ein- und Auswanderung von Juden nach Ungarn am Beginne des 19. Jahrhunderts Von Univ.-Prof. Landesrabbiner Dr, D. Herzog, Graz. Über die Lage der Juden in Ungarn am Beginne des 19. Jahrhunderts sind wir ja hinlänglich unterrichtet. Wir wissen, dass die dortselbst ungefähr 75.000 wohnenden Juden zahlreichen Beschränkungen ausgesetzt waren und dass namentlich dahin getrachtet worden war, dass ihre Zahl ja nicht vermehrt werde. Auch wissen wir, dass ihnen der Verkehr mit der angrenzenden Steiermark und Kärnten verboten (vgl. M. Phillipson, Neueste Geschichte des jüdischen Volkes [in „Schriften hrsg. v. der Gesellschaft zur Förderung d. Wissenschaft d. Judentums”], Lpz. 1907, Band I, S. 62 f.). Welchen Schikanen nun diese armen Menschen, wie nicht v minder auch ihre Beherberger ausgesetzt waren, darüber belehrt uns eine von mir im steiermärkischen Landesarchiv aufgefundene „Currende”, welche infolge eines Hofkanzleidekretes vom 15. Aug. 1806 vom k. k. steiermärkisch-kärntnerischen Gubernium in An- 12

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