Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 17-18 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2708078-2708088-2708090--348-2708470- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Schaftsu. Toleranz-Taxen, gibt ihm noch 70 fl. und seinem Sohne 50 fl. und billigt den Verkauf des Anteiles an RDBMT (David Sohn Mendel Thebens). Der Akt ist von Hirsch und den beiden Gemeindenotareij unterfertigt. Das kalligraphische Protokoll ist der Kielfeder des trefflichen Notars Pinchas Trebitsch entflossen, dessen bienenkorbähnliche Schnörkel jede Fälschung seiner Unterschrift unmöglich macht. Dieser Akt korrigiert auch die Vermutung Wachsteins, dass Hirsch im Jahre 1773 gestorben wäre. Erherzogin Isabella besichtigt die Synagoge nach dem Brande 1913. ■4-1 Die Bedeutung der Ära der Familie Heines für die Pressburger Gemeinde und auch für das ganze Land erscheint bei fortgesetzter Forschung in immer schönerem Lichte. Die Familie hat nicht nur den Grundstein zur Grösse der Pressburger Gemeinde gelegt, sie hat für mehr als ein Jahrhundert hinaus eine Tradition geschaffen: die ideale Dreifaltigkeit des treuen Diener seines Staates, seiner Stadt und seines Stammes. Diesen dreifachen Faden kann die Ungunst der Zeiten nicht so leicht zerreissen. Dass er, der so schwer, auf einen Druck von oben, das Recht der Niederlassung in Pressburg erhalten hat, die Auszeichnung geniesst im Stadtprotokoll der „ehrsame” Jud Michel genannt zu werden, ist ein kleiner, aber lehrhafter Zug. Es ist die Bescheinigung der Wahrheit der prophetischen Apostrophe: Fördert das Wohl der Stadt (oder Staat), wohin ich Euch versetzte . . . denn in ihrem Frieden findet Ihr Frieden! Man versteht Heine erst recht, wenn man ihn als Sohn der berühmtesten jüdischen Führerfamilien Mitteleuropas kennt. In ihm rangen zwei Zeitalter. Der allzuenge Rahmen des Ghettos konnte diesen Riesengeist nicht fassen. Doch hat er zur Zeit, als die Juden von Damaskus unschuldig im Kerker schmachteten, seinen Brotgeber, die französische Regierung wegen ihrer Teilnahmslosigkeit 11