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Judaica · 1936-07-01 · 17-18 (Juli 1936) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
17-18 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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und mit einem Legate bedacht. Gegenüber der bisherigen Annahme, dass das Pressburger Lehrhaus erst von Simon Michel erbaut worden sei, teilt uns der hochgelehrte Dayan der Verboveer Gemeinde Rabbi Isak Weiss mit, dass nach einer Stelle in einem Werke von Rabbi Josef Steinhart in Fürth der eigentliche Gründer des Lehrhauses (jetzt Kahals Beth-Hamidrasch genannt) Israel Ullmann gewesen sei. Da Rabbi Steinharts Frau, die berühmte Talmudgelehrte Kröndel, die Wittwe des Jechiel Pressburger in Ansbach, des Sohnes Simon Michels gewesen ist, muss diese Quelle als zuverlässig betrachtet werden. Immerhin hat Simon Michel das Lehrhaus später mit seinem Geld erhalten und die Stiftung hat seinen Namen getragen, bis das mit einer Synagoge verbundene Beth- Hamidrasch, da die verarmte Familie nicht im Stande war, für die Erhaltung der Stiftung zu sorgen, im* Jahre 1770 von der Gemeinde übernommen wurde. In diesem Hause ist wohl die Urgrossmutter Heines, Sarah Lea, die spätere Frau des Lazarus van Geldern in Düsseldorf geboren, Leider ist nicht nur der stylvolle Vordertrakt des Gebäudes, aus Unkenntnis seiner historischen Bedeutung eingerissen w'orden, sondern auch die Frauenabteilung der Synagoge, in welcher einst die kluge, edelsinnige, fromme und schöne Sarah Lea, die Prinzessin des Judenviertels, ihr Gebet zum Himmel gesendet hat. Das berühmte, mit teueren Diamanten besetzte Gebetbuch, ein Brautgeschenk, war hier bei ihren zahlreichen Besuchen in Pressburg gewiss oft bewundert worden. (Wie Heine erzählt, wurden die Diamanten dieses Siddurs, als die Familie verarmt war, zur Deckung der Kosten des medizinischen Studiums Gottschalk van Geldern, des zweiten Sohnes der damals schon dahingeschiedenen Sarah Leas verwendet worden.) Dreizehn Jahre lange hat Simon Michel in Pressburg gewohnt, doch auch als er im Jahre 1706 nach Wien übersiedelt ist, wo er bis zu seinem, am 10. April 1719 erfolgten Tode verblieb, hat er als Führer des Judentumes diesseits der Donau gewirkt und wiederholt in die Geschicke des Judentums im Westen Ungarns eingegriffen. Wir setzen die von Kaufmann mit so viel Liebe und soviel Kunst gezeichnete Wirksamkeit Simon Michels als bekannt voraus, wie er in einem längeren, von Kaiser Joseph I. eigenhändig unterfertigten Akte als verdienstvoller Helfer des Staates in Zeiten der Not geschildert wird, wie er den grosszügigen Finanzplan der Gründung einer „Wexelstuben55 in Pressburg eingereicht hat, der Ungarn wirtschaftlich selbstständig gemacht und Pressburg zur hohen kommerziellen Blüte gebracht hätte, ein Plan, den die Hofkammer befürwortet, die Stadt Pressburg aber augenscheinlich abgelehnt hat; wie er dem Staate wiederholt Anleihen bis zur Höhe von 75.000 fl. gegeben hat und der Stadt Pressburg in ihren schweren finanziellen Nöten nach der zweiten Pestepidemie im Jahre 1712 den Betrag von 1000 fl. vorgestreckt hat. Das Chef d'oeuvre seines Lebens war der Friedenschluss mit der Stadt Tyrnau, den er als „Vertreter der jüdischen Nation55 im Jahre 1717 in Pressburg geschlossen hat, wodurch den Juden der seit zwei Jahr- 5

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