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Judaica · 1936-02-01 · 15-16 (Februar 1936) · page 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
15-16 (Februar 1936)
Date
1936-02-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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A feher asztalnäl von Andor Nagy. 'Zu den Geistern, denen die Nachtwelt Leine Kränze flicht, gehören zumeist die brillanten Erzähler, die im Freundeskreise oder am weissen Tische so viel Begeisterung mit ihren gesprochenen short stories erregen. Man begrüsst es daher mit umso grösserem Vergnügen, wenn Andor Nagy, nebenbei bemerkt, Vorsteher der Pester isr. Gemeinde seine „mündliche Thora” für die weitere Mitwelt und spätere Nachwelt niedergeschrieben hat. Etwa fünfzig Erinnerungen aus dem politischen und gesellschaftlichem Leben im bengalischen Lichte natürlichen Humors getaucht, füllen das ansprechende Buch. Es gibt auch unter anderem gar eine Uwda von dem wirkungsvollem Segen, den der Novomestoer Rabbi dem Grafen Pongracz gibt und weise Entscheidungen des Mitgliedes des Börsengerichtes Hermann Brüll, dem in Pressburg geborenen Enkel Esriel Brülls, eine wohlige Lektüre selbst für den Fernstehenden, aber noch mehr für den grossen Freundeskreis des Verfassers, die sich die fesselnde Erzählungskunst Andor Nagys hinzudenken können. Ohel Mose von Rabbiner Mose Elieser Donath ^Bratislava, Zidovskä 6) i.935. — Der Verfasser, der bereits das homiletische Werk „Dibure Emet” herausgegeben hat und als eindrucksvoller Maggid bekannt ist, legt dem Publikum wieder eine Sammlung von Erläuterungen zu Talmud und Bibelaussprüchen vor. Das Werk verdient Verbreitung in allen Kreisen, die dafür in Betracht kommen. Reflektor Makkabäer-Ball. Darüber sind Alle einig, dass der Makkabäer-Ball noch niemals so glänzend ausgefallen sei, noch niemals so reich besucht gewesen ist und man sich noch niemals so köstlich amüsiert hat, als im Jahre des Unheils 1936, im Jahre, das den Tiefstand der Entehrung des Judentums bildet, das Jahr des wirtschaftlichen Niederganges, des Verlustes unserer Hoffnung auf Erez Israel. Unaufhörliche Kolonnen von Autos rollten der in jüdischen Farben prangenden Redoute zu; Toilettenpracht strahlt durch die Autoscheiben. Haben die Herren Führer vollständig die Orientierung verloren, dass sie in dieser gasschwangeren Atmosphäre wie Kinder mit Zündhölzchen spielen? Das heisst ganz unbildlich auf den Vulkan tanzen! Es wäre ja einigermassen erträglich, wenn dieser „gelungenster aller Bälle” nur ein heiteres Intermezzo zwischen ernsten Zusammenkünften des Pressburger, des slovakischen Judentums bilden würde, in welchen die Not der Zeit besprochen und behoben würde. Aber ist denn überhaupt ein einziges, wahres Führerwort in der ganzen Saison erklungen? „Was man nicht im Kopfe hat, hat man in den Füssen!” sagt ein jüdisches Volkssprüchlein. Ja, erfüllt denn Makkabäa auch nur seine sportliche Aufgabe so glänzend wie in den Zeiten, wo es „gelungene Bälle” nur auf dem Spielplatz gab! Der Makkabäa-Ball ist gelungener als der Ball der Makkabäa, der damals nicht so oft das Tor des Gegners verfehlte, wie jetzt. Im Sport kann man den Niedergang der Makkabäa gegenüber 1913 ziffermässig nachweisen, darüber täuscht kein eigener Spielplatz und nicht die gelungensten Tanzfeste hinweg. Noch grosser aber ist der Niedergang, des Zionismus selbst, hier aber kann er nicht ebenso einleuchtend in Zahlen nachgewiesen werden. Hier trügt der glänzende Schein noch über die traurige Wahrheit weg. Grössere Menschenmassen, reichlichere Geldmittel, aber auch hier kein Goal, kein — Goal Jissroel! Vorträge der Saison. Tanzen können wir noch auf eigenen Füssen, aber Kopfarbeiter, Vortragende müssen wir aus der Fremde holen. (Wir mussten uns sogar von einer anderen Konfession eine Dame ausborgen, damit sie uns über hebräische Kultur belehre.) Einst hatten wir hier einen starken geistigen Export nach aller Herren Länder. Sind wir jetzt wirklich ausschliesslich auf geistigen Import angewiesen? Diese geistige passive Verkehrsbilanz ist leider auch eine empfindlich finanzielle. Wir offerieren hiemit sämtliche Vorträge ab Pressburg billiger und in besserer Qualität, als sie ab Paris, Berlin, Riga und Jerusalem geliefert werden. Würde Herr Dr. Büchler einen Waggon Weizen ab London so teuer beziehen, wie er hier franco Haus offeriert wird? Was war der Tenor aller dieser mit überflüssigen Frachtspesen bezogener Redner aus dem Auslande, ewige Variationen zum Thema Geld her! Vortrag des Rabbiner Prinz Wir glauben fürs Allgemeine, dass es jetzt nicht an der Zeit ist, Internationalismus zu betätigen, sondern sich womöglich 39

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