Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 15-16 (Februar 1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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geschätzter Rechtsschriftsteller und Historiker. Er schrieb unter anderem: Studien zum militärischen Strafrecht, das serbische Strafgesetzbuch, Geschichte des St. Stefan-Tages etc. Besondere Aufmerksamkeit hat sein Buch über die Rechte des Reichsverwesers erregt. Dabei lieferte er auch zahlreiche Beiträge zur jüdischen Geschichtsforschung. „Wie seine Grösse war auch seine Bescheidenheit.” Das Leichenbegängnis fand am 15. Jäner unter grosser Beteiligung statt. Die Armee war durch mehrere höhere Offiziere vertreten. Oberrabbiner Hevesi entwarf ein eindrucksvolles Bild von der Persönlichkeit und Wirksamkeit des Dahingeschiedenen. Im Namen der Landeskanzlei sprach der stellvertretende Präsident Eugen Szänto, im Namen der Gemeinde Oberhausmitglied, Kultusvorsteher Samuel Glücksthal und Generalsekretär Alexander Eppler u. andere. Die entseelte Hülle wurde dann in das Ehrengrab der Gemeinde gebettet, das würdig die imposante Reihe von Grabstätten ergänzt, die von der Grösse des Budapester Judentums stumme, aber beredete Zeugenschaft ablegen. Frau Paula Schiff. Eine Frauenerscheinung aus jenem entschwindenden Kreise, um den die antike Klage geht, dass sie „verloren gehen, ohne dass ihresgleichen gefunden werden”, ist mit der am 20. Dezember v. Jahres in Wien, im Alter von 73 Jahren verstorbenen Frau Paula Schiff dahingegangen. Sie war die Tochter des Oberrabbiner A. L. Lipschitz s. 1., des gewesenen Präsidenten der orthodoxen Landeskanzlei Altungarns, war Geist von seinem Geiste, eine hochbegabte Frau, die an der Seite ihres Gattens, des gewesenen Gemeindepräsidenten von Sopron (Ödenburg) ein vornehmes Haus im ererbten Geiste der Wohltätigkeit und Glaubenstreue geführt hat, Ihre Lebensklugheit und ihr grosses Herz zog einen weiteren Kreis um die Familie, dessen verehrter Matriarch sie gewesen ist. Im Trauerhause in Wien sprach ihr Schwiegersohn, der Grosskaufmann Franz Neumann die letzten Worte der Liebe und der Trauer. Die sterblichen Überreste wurden nach dem Familiengrab in Deutsch-Kreuz geführt. In der Verblichenen betrauern Herr Edmund Schiff, Sopron, Harry Schiff, Antwerpen, Frau Irma Neumann, Wien, Frau Tilla Ratzersdorfer, Antwerpen ihre innigstgeliebte Mutter, die Frauen Fanny Herzog und Natalie Bettelheim in Budapest ihre vergötterte Schwester. Adolf Herzog. „Wer ruht nun in Deinen Gezeiten? Ein Mann, der stetsvollkommen wandelte, nur Rechtes tat, dessen Zunge nie Böses redete und keine Schande seinem Nächsten antat.” Im 73. Jahre seines frommen Lebenswandels ist der gewesene Grosskaufmann, Adolf Herzog in Budapest sanft, wie er immer war, entschlafen. Er war der Schwiegersohn des orth. Landespräsidenten Rabbi A. L. Lipschitz s. A„ ein vornehmer Charakter, von wahrer Frömmigkeit und reiner Menschenliebe. Die ausserordentlich grosse Beteiligung an seinem Leichenbegängnis zeugte von der Hochachtung, die der Verblichene in allen Kreisen genossen hat. An seinem Grabe sprachen Vereinsrabbiner Herschkowitz und Oberrabbiner Hermann Abrahamsohn im Namen der Chewra-Kadischa. In dem Dahingeschiedenen verliert Frau Fanny, geb. Lipschitz ihren Gatten, Frl. Irma Herzog, Frau Dr. med. Dora Fleischmann und der Sportschriftsteller Edwin Herzog, den zärtlichen Vater, Herr Lajos Herzog und Herzog-Tob den besten Bruder. Bibliographie Le monde oriental, revue des etudes orientales. Tidskrift for orientalaska studier. — Vol. XXVIII 1934 Uppsala. Preis 15.— schwed. Kronen. Die Studie Hjalmar Subdens über die Geschichtlichkeit der Exodus Tradition bietet manch Wissenswertes, wenn man Körnchen Wahrheit vom Spreu bibelkritischer Hypothesen sondern will. Eine sehr gründliche wertvolle Arbeit ist „The meetings at ab Akaba” von Gertrude Melamede. Nach Jarl Charpentiers „Irano-skythische Eigennamen in Ringveda” und Hubert Grimmes „Religiöses aus Thamudischen (nordarabischen) Inschriften” erweckt unser Interesse „Maimunis Lehren von der Prophetie”. Den Schluss macht J. Przyluskys „Emprunto anaryens en indo-iranien”. Die wissenschaftliche Revue „Comptes rendues” ist vielleicht der fesselndste Teil der von H. S. Nyberg ausgezeichnet redigierten Zeitschrift. In der Abteilung Indica bespricht Charpentier, der grosse Kenner der indischen Literatur die Neuerscheinungen auf diesem Gebiete mit souveräner Sachkenntnis. 38