Mannheim
Compact Memory

Judaica · 1936-02-01 · 15-16 (Februar 1936) · page 42

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
15-16 (Februar 1936)
Date
1936-02-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2708078-2708088-2708089--332-2708453
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

im Rahmen der Grenzen seines Landes zu betätigen. Bleib* im Lande und schere dich redlich um dein eigenes Judentum! Was uns, aufrichtig gestanden, schon von der Ferne missfiel, ist die Art und Weise, mit welcher der bedauerliche Konflikt des Rabbiners und der Gemeinde, zu Publicity-Zwekken verwendet wurde. Was an seinem Vor trage zu bemängeln wäre, ist das Motiv „Zaddekim anahnu welo hatanu”, das uns an Laien missfällt, von einem Rabbiner aber nicht gehört werden soll. Rabbi Prinz hat zum Protest gegen den legislative council aufgefordert. Als bibelfester Rabbi müsste er an die Mahnung der Bibel, dass Ismael mit Isak den Orient brüderlich beherrschen solle, denken. Der Freiheitskampf der Araber findet überall sympathischen Wiederhall, wie jeder Kampf eines freiheitsliebenden Volkes. Der Protest der Zionisten gegen die Freiheit und den Konstitutionalismus in Palästina wird uns um den Rest der Sympathien im Völkerbunde bringen und in Palästina selbst wird es als eine Versündigung gegen die Interessen der Araber für jene Zeit gebucht werden, wo die Araber die Herren des heiligen Landes geworden sein werden. Das Unglück liegt nicht in der arabischen Majorität, sondern, dass uns unfähige Führer in ein feindliches Verhältnis mit dieser Majorität gebracht haben. Aktion Herbert Samuels. Ohne den KKL um Erlaubnis zu fragen, hat der grosse englische Staatsmann sich erlaubt, eine Aktion für 15 Millionen Dollar für deutsche Emigranten zu machen. Erstens darum, damit der Grossteil der Sammlung nicht von KKL- Beamten im „Galuth** und in „Erez” konsumiert werde, zweitens, um nicht zuliebe egoistischer Palästina-Politik, den Emigranten bessere Möglichkeiten in anderen Ländern zu verwehren. Ohne Vermittlung der geehrten KKL-Kommissäre, zählt der Dollar natürlich doppelt. In KKL-Blättern wird diese Wahrheit verschleiert und Weizmann reist schnell nach London, um diese Verletzung des Prestiges der Bewegung gut zu machen und weil London stets eine mächtigere Anziehungskraft für ihn hat, als Jerusalem. Der Ahawat Zion Verein, den Theodor Herzl sein Leibregiment nannte, hat, wie das ja vorkommt, nun eine Dame zum Regimentsinhaber. Der Verein ist, sicherlich einer der ältesten der zionistischen Bewegung. Er wuchs zur grosser Bedeutung empor, als sich im Jahre 1899 die Pressburger Jeschiba fast korporativ dem Vereine angeschlossen hat. Die Statuten des Vereines betonen auch den strengreligiösen Charakter des Vereines, sie fordern die Pflege der jüdischen Tradition, der jüdischen Geschichte und Literatur, der hebräischen Sprache und der Verein ist statutarisch zur Erhaltung einer Bibliothek verpflichtet. Die heutige Leitung erfüllt keine einzige dieser Bedingungen. Es kennt sicherlich niemand die eigenen Statuten. Kann ein und derselbe Verein ohne die Statuten zu verändern in diametralen Gegensatz zu seiner Vergangenheit treten? Der religiös-maximalistische Charakter des Vereines sollte die Einheit des Zionismus sichern; es ist auch 17 Jahre lange gelungen. Die heutigen Führer spalten schon mit ihrer Person den Zionismus. Der desolate Zustand, des in zahllosen Splittern zersprungenen Zionismus ist auf das Konto der veränderten Situation im Ahawat Zion Verein zurückzuführen. Unsere Mitarbeiter Dr. Tulo Nussenblatt Wien, der bekannte Herzl-Forscher und Schriftsteller hat sich als verhältnismässig junger Mann einen guten Namen durch seine von reiner Begeisterung für Herzl beflügelte Forschungsarbeit erworben. Sehr wertvoll ist sein Sammelbuch „Zeitgenossen über Herzl” in dem die Persönlichkeit Herzl aus zahllosen Facetten leuchtet, ferner „Ein Volk unterwegs zum Frieden” und „Herzi- Suttner-Buch”. Die neueste fünfbändige Standard-Ausgabe der Gesammelten Schriften Herzls nennt Dr. Nussenblatt den wissenschaftlichen Begründer der Herzlforschung, was umso zutreffender ist, als Nussenblatt die wissenschaftliche Wahrheit frei von parteipolitischen Einflüsse sucht und, verbreitet. Aus der Feder Nussenblatts erschienen zahlreiche grundlegende Arbeiten über Herzl und seinen Kreis in der jüdischen und in der allgemeiner Presse. Post Amsterdam. Nächste Nummer. R. K. in K. Wegen vis Mayer verspätet. 40

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.