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Judaica · 1936-02-01 · 15-16 (Februar 1936) · page 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
15-16 (Februar 1936)
Date
1936-02-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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schrift „Hajehudi”. Später führte Adolf Alkalay allein die Firma weiter, in welche dann sein Sohn eingetreten ist. Unter dem Namen Adolf Alkalay & Sohn ist die Pressburger hebräische Typographie auf der Höhe ihres Ruhmes angelangt. Im Jahre 1914 zwangen finanzielle Umstände die Alkalays ihre Druckerei an die alte renommierte Offizin Carl Angermayer abzutreten. Es besteht die Hoffnung, das es einer Gruppe gelingt, die Alkalay’sche Drukkerei noch teilweise zu erhalten. 40 Jahre „Judenstaat”. Im Heime der Bratislavaer Revisionisten sprach Bettelheim über den am 14. Feber 1896 erschienenen „Judenstaat’5 von Theodor Herzl. Er schildert den mächtigen Eindruck, den die unscheinbare Broschüre auf die meisten Leser gemacht hat und über die Wandlungen der Judenstaatsbewegung in den 40. Jahren. Er sei kein Anhänger Jabotinskys und überhaupt keiner Teilbewegung im Judentum, anerkenne aber als Verdienst Jabotinskys, dass er wieder die Rede- und Pressefreiheit im Zionismus hergestellt habe. Er betont, dass es das Verdienst des supreme court judge Brandeis sei, wenn die Forderungen der Zionisten auf das Nationalheim achtungsvolles Gehör bei den Mächten gefunden hätte. Die gegenwärtige Leitung besass nicht genug staatsmännische Befähigung, um die Gunst des Augenblickes erfolgreich zu benützen. Die Balfour-Dekiaration war ein „Kesajis” Judenstaat. Mit Puschkeklappers (Büchsensammler) kann man keinen Staat gründen. Eine Besserung sei nur von fähigeren, selbloseren Führern zu gewärtigen. Lord Reading war ein grosser englischer Staatsmann, doch kein jüdischer. Wie Beanconsfield hat er in England statesmanship gelernt, nicht gelehrt, Was ein Jude als Staatsmann leisten kann, muss in Palästina oder im jüdischen Leben anderer Länder bewiesen werden. Während Lord Reading auf den höchsten Höhen der Menschheit aufgebahrt lag, ist sein Volk in die tiefsten Niederungen seiner Geschichte hinabgesunken. Ist er zu tadeln, dass er nicht wie sein Landsmann Zangwill sich mit seinem ganzen Sein dem Kampfe für die Ehre seines Stammes gewidmet hat? Oder wie der gleich grosse Staatsmann Louis D. Brandeis, der von der Höhe des Obersten Bundesrichters der Vereinigten Staaten es nicht verschmäht hat, in die Arena hinabsteigen, und den Kampf gegen die Misstände im eigenen Volke aufzunehmen? Sollte Lord Reading das grosse, ästhetisch schöne Epos seines Lebens zerstören, um seine Kraft wie Herzl, Nordau vergeuden im ohnmächtigen Ringen gegen Feind und Freund? Er hat seinem Stamme grosse Ehre gemacht? Welches sind die sichtbaren Ergebnisse dieseer Ehre? Die Nürnberger Gesetze oder der gesetzgebende Rat in Palästina? Wir senken die Fahne ehrerbietig vor dem Grabe des grossen Engländers Lord Reading. Grösser als er ist Louis Brandeis, der mit soldatischem Pflichtgefühle immer auf seinem Platze zu finden war, wenn es galt der Ehre seines Stammes zu dienen, selbst wenn er dabei wenig Ehre genoss. Nekrologe Oberregierungsrat Dr. Julius Gabor. Aus dem Di ade 01 der Leitung des Budapester Judentums ist ein grosser Solitär gefallen. Der ge sc ü ü 11 s f ü h re n de Präsident der isr. Landeskanzick gewesener Generalsekretär der Kultusgemeinde, Major-Auditor a. D. Dr. Julius Gabor ist am 13. Januar nach kurzem Leiden gestorben. Er wurde am mv November 1868 in Balassa-Gvarmat geboren und entstammte der Familie Gräber in Drjetoma. Nach Beendigung seiner Universitätsstudien wurde er Advokat in Budapest, später Oberanwalt der Kultusgemeinde und bald deren Generalsekretär, welche Stelle er gegen die des stellvertretenden Präsidenten der isr. Landeskanzlei vertauschte. Im Kriege diente er als Major und war ein 37

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