Mannheim
Compact Memory

Judaica · 1936-02-01 · 15-16 (Februar 1936) · page 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
15-16 (Februar 1936)
Date
1936-02-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2708078-2708088-2708089--321-2708442
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Schulz und Polläk * **)) Über Turocer Schulzens Herkunft ist mir als sicher bloss soviel bekannt, dass mein mütterlicher Grossvater, namens Joseph Schulz, laut Familienüberlieferung aus Prag herstammt. Zieht man die jüdische Siedlung Svaty Mikulas zeitlich in Rechnung, muss angenommen werden, dass zu dieser, sowie die Mikulaser Sch. auch Joseph gehörten. Dieser dürfte um 1800 herum aus Mikulas bereits nach Szucsän (Turoc) übersiedelt sein, wahrscheinlich in Gesellschaft jener seiner Vetter, von denen Itzig daselbst eine gemischte Warenhandlung gründete, der andere: der krumme Jakob, Weinhandel trieb und Schankwirtschaft hielt. — Zum Mikulaser Zweig Sch. gehören auch jene in Pistyan. Unbestritten gilt jedoch, dass Joseph Anno 1842 bereits Holzproduzent war. Dies bezeigt seine aus jenem Jahr datierte Strazza, die deutsch verfasst, jedoch in cursivem Hebräisch geschrieben war. Diese Strazza bekam ich um 1890 herum im Büro Schulz und Polläk in Budapest zu sehen. Damals empfahl ich der Firma, dieses Buch der VI. Bezirks-Gemeinde zu schenken. — Ob es geschah, entzieht sich meinem Urteil. Sicher ist, dass das jüdische Museum — wohin solche Reliquien gehören — die Strazza nicht besitzt. Anno 1846 nahmen Josephs drei Söhne: Hermann, Salamon und Ignatz den Gatten ihrer Schwester Josef in — Moritz Polläk aus Kosztolna als Sozius ins Holzgeschäft. So entstand die Firma: „Gebrüder Schulz und Polläk”. Später, als Salamon und Ignatz ausschieden, wurde dieselbe kurz Schulz und Polläk. Der Firma Prosperity beginnt mit der bald darauf erfolgten Pacht, des Ärvaer Komposessorates. Dies ist ein Waldbesitz, gleich 30.00c Ha (*) etwa die Hälfte des Waldariales im Komitate Ärva. — In diesem Besitz teilte sich der älteste, mächtige ungarische Hochadel, unter anderen auch die Turocer REVAY, NYÄRY, allesamt der Firma gute Freunde. Wie oft sah man — nicht neidlos — diese Herren unser bescheidenes väterliche Haus betreten, wohin sie kamen, sich geschäftlichen Rat zu holen. Sitz der Familie und Zentralbüro der Schulz uni Polläk war von Anbeginn Szucsän (Turoc), damals ein Marktfleck mit etwa 1200 Seelen. Faktoreien, h. Sägewerke erstellte man in Jablunka, Nämesto und Turdossin — stets am Ärvafluss. Was diese per Floss und Achse an Bundholz, Schnittware, Schindel und Loh bis an die Waag heranlieferten, ward in Kralovan geordnet, fest in Flösse gebunden, auf diese geladen, Kontrollehalber nach Sutovo— Szucsän, dann zum Verkauf nach Komärno — Mündung der Waag in die Donau, endlich den Käufern bis nach Mohäcs verflösst. *) Wir haben den bekannten Architekten und Kunstschriftsteller gebeten uns Erinnerungen aus seiner Familie, welche einst eine solche dominirende Rolle im Turocz gespielt hat, niederzuschreiben. **) W. Rowland: Stat. topogr. Beschreibung des Arvaer Compos. Ärvavaralja, 1819. 29

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.