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Judaica · 1936-02-01 · 15-16 (Februar 1936) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
15-16 (Februar 1936)
Date
1936-02-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Wie viele Augen sind gefeuchtet Ob des Erlöschens dieses Lichts! Ein reines Wesen ist geschieden Aus dieser Welt der Not und Fahr — So sei der Holden ew’ger Frieden, Und jedem, dem sie teuer war! Budapest, 8. Februar 1878. Einer für Viele, Die Familie verliess Budapest und übersiedelte nach Wien, Die Tränen der Mutter hörten nicht auf, sie schienen aus unversiegbarer Quelle zu kommen. Theodor gab sich Mühe, seine Mutter zu trösten und verspürte selbst1 eine Last auf der Brust, als laste auf ihn der Grabstein seiner Schwester. Er pilgerte oft zum Grabe nach Budapest und hier erst löste sich eines Tages sein Schmerz in Tränen auf und verklärte seine Liebe zur verlorenen Schwester, Unter den von Herzl autbewahrten, ihm besonders neuern Erinnerungen fand sich ein Bliimlein im Kuvert mit der Aufschrift „Vom Grabe meiner Schwester Pauline”. In seinem Jugendtagebuch (im Besitz des Jüdischen Wissenschaftlichen Institutes in Wilna) finden wir am 7. Februar 1SS2 die Notiz: ,,Am fünften Todestage meiner lieben unvergesslichen, guten Schwester Pauline”. Das erste Mädchen, das ihm nach seinem Sohne geboren wurde, nannte Herz1; Pauline. Und die Erinnerung an Pauline taucht mitten in der Arbeit an den Notizen für den Judeinstaat auf. Noch bevor Herzl ihrem Andenken Altneuland widmete und in der zarten treuen Miriam ihr ein Denkmal setzte, notiert Herzl dem 10. Juli 1895 in seinen Tagebüchern: „Typen für meinen Roman, der ja wirkliche Menschen enthalten soll.: „Das vergessene Mädchen. Aber was wäre sie für eine edle Mutter geworden. Ich nenne sie Pauline! Und ihrem Andenken wird der Roman gewidmet”. Aber Pauline war für Herzl unvergesslich. In dem Momente, wo er an seinen eigenen Tod dachte, dachte er auch an das einsame Grab in Pest, Im Testamente, das Herzl am 5. März 1905 verfasste:, äusserte Herzl den Wunsch, dass einst, zugleich mit seinen und den Gebeinen der engeren Familie, auch der Sarg seiner „in Pest begrabener Schwester” nach Palästina übergeführt werden soll. Das Geburtshaus Theodor Herzl’s von Samuel Bettelheim So idyllisch sah der nun von hohen Zinspalästen bedeckte Platz aus, als Theodor Herzl das Licht der Welt erblickt hat. Ls war eine grossie, frohe Zeit für das Pester, für das ungarische Judentum, das Jahr, als im wunderschönen Monat Mai diese wundersame Menschenknospe entstand und der schönen, edlen Wöchnerin die frohe Kunde kam: ein Knabe! Österreich hatte den italienischen Krieg verloren, die ungarischen Patrioten und Freiheitsfreunde erhoben ihr Haupt. Das Pester Judentum kam finanziell, 15

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