Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 15-16 (Februar 1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahre, verschwindet sie aus der Welt, nicht ohne eine Spur zu hinterlassen. Ein liebliches Mädchen, die Freude Aller, die sie schauten, ihren Freundinnen angenehm, geschätzt von allen Bekannten, so scheidet sie aus unserem Kreise und hinterlässt das Bedauern in uns, ihr nun für immer Lebewohl sagen zu müssen und unser Auge und unser Herz nimmermehr an diesen zarten jungfräulichen Gestalt erquicken zu können. „Das ist das Los des Schönen auf der Erde . . .” A. S. (Adolf Silberstein). So schrieb ein zeitgenössischer Schriftsteller über Pauline und ihre Mutter. Im zweiten Budapester deutschen Blatte, im ,Neuen Pester Journal55 vom 8, Februar erschien folgender Nachruf: „Der Tod eines; jungen Mädchens erregt in weiteren Kreisen unserer Stadt innige und berechtigte Anteilnahme. Am vorjährigen Korso war die anmutige Gestalt zum ersten Male öffentlich erschienen und mit Wohlgefallen mochte jedes Auge auf dieser, an eine Pfingstrosenknospe gemahnenden Erscheinung ruhen. Seit der jüngstentwichenen Nacht ist das schöne, kaum achtzehnjährige Mädchen eine Leiche und Sonntag wird es zu Grabe getragen. Noch ehe es recht einen Blick in die Welt getan, hatte das arme Kind sich den Todeskeim geholt, und vor einigen Wochen musste es das Schmerzenslager besteigen, auf dem es nun seine reine Seele ausgehaucht. Die so früh entschlafene Pauline Herzl — dies der Name des armen jungen Mädchens — wird gewiss allerorten den .Lichtstreif der freundlichsten Erinnerung zurücklassen und ihren schwerbetroffenen Eltern wird', das allgemeine Mitgefühl den einzigen Trost bieten, der angesichts eines noch nicht geschlossenen Grabes möglich ist’h Am nächsten Tag erschien in derselben Zeitung von „Einem für viele55 unterschriebenes nachfolgendes Gedicht: Auf den Tod eines Mädchens. Ein schönes Mädchen ist gestorben! So seufzt es klagend durch die Luft, Ein Freier hat um sie geworben, Der sie entführte in die Gruft Er stahl von ihrer süssen Lippe Den ersten und den letzten Kuss, Es wrarb mit Stundenglas und Hippe Um sie des Todes Genius. Es zieht von Mund zu Mund die Klage, Es zieht von Herz zu Herz das Leid, Die Blüte schwand vom Rosenhage, Gemordet von des Frostes Neid. Doch nein, nicht eine volle Blüte, Nur eine Knospe, kaum enthüllt. . . Wo ist das menschliche Gemüte Das d’rob sich nicht mit Trauer füllt. Ein Sternepaar hat hell geleuchtet — Die Sterne sanken in das Nichts. 14