Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 15-16 (Februar 1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2708078-2708088-2708089--299-2708420- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
nen Silbergeräte, die Thorakronen und Schilder, die Silberhände, Parochets und Mäntelchen, die den Namen Esriel Brillin und Frau Traule tragen, zumeist mit der Jahreszahl der Gründung Tow-Kuf- Ajini-Aleph, d. i. 1811. Er spendete aber auch die alte Familienrcliquie;, das aus dem Jahre 1699 stammende Parochet, welches sein gleichnamiger Großvater, der angesehene Heeres’ieferant in Eisenstadt und Wien zum Andenken an seinen Vater, den gefeierten Die Brill’sche Synagoge. Oberrabbiner von Mannheim, Isak Brillin, Schwager des kaiserlichen Wiener Hoffalktors und Freund des Prinzen Eugen von Savoyen Samuieil Oppenheim und Schwiegervater des Wiener kaiserlichen Hoffaktors Samson Wertheimer, anfertigen liess (Siehe Judaica Nr. 1—2 Seite n). Nicht die grosse Hauptsynagoge, sondern die „BrilPsche Schul“ war der Sammelplatz der vornehmsten Pressburger Familien. Esriel Brillin starb schon 1818, seine Frau folgte ihm erst zwanzig Jahre später. Dieser kleine gewölbte Zwinger der Frauenabtieilung sah wahrhaft vornehme, hochgebildete und tiefreligiöse Frauen. Sehr oft sah die Synagoge den grossen Chatam Sofier als Gast, wenn es ein f/rommies Fest in der „Familie” gab, besonders bei einem Brit Mila, wo der grosse Raw, oft assistiert von seinem Eidam R. David H. Ehrenfeld al Mohel wirkte. Hier stieg das Gebet andachtsvoller, wenn auch nicht lärmend, zum Himmel. Hier hat Albert Cohn seine Eindrücke für sein ganzes grosses Leben mitgenommen. Hier wurde die überlieferte Liturgie streng nach alter Tradition gepflegt. Die Minhagim der BrilPschen Schul waren die massgebendstem hier war die Tradition des Chatam Sofer am reinsten erhalten geblieben, gelehrt von seinen grossen Schülern R. Nate Wolf Lieber, R. Esriel Oberbreit und R. David Neumann Lackenbach, die hier als Synagogenrabbiner gewirkt haben. Der „Gesandte der Gemeinde” der verantwortungsschwere Titel des Kantors, durfte nur ein würdigen talmudgelehr rer Mann von tadelloser Lebensführung sein, dazumal war es R. Sussmann 7