Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 15-16 (Februar 1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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lichem public spirit getragenen Tätigkeiten der drei Führerinnen betonen und den ausserordentlichen, sehr unterschätzten Einfluss Alt-Pressburgs auf das Judentum der Welt in seiner ganzen grossen Bedeutung zeigen soll. Die beiden amerikanischen Führerinnen gehören auch zu dem engsten Kreise der Mitarbeiter des Rabbi Dr. Stephen Wise, dessen Vater ja auch Schüler des Ketab Sofers war. Die Freundschaft dieser dreier Jünger der Pressburger Jeschiba, Benjamin Szold, A. S. Bettelheim u. Aron Wise, hat auch ihre Kinder mit einem Bande der Freundschaft umschlungen und der Geist ihrer Väter lebt in ihren, das ganze Judentum umspannenden grossen Schöpfungen weiter und die Wenigsten ahnen, wo die stille Quelle dieser mächtigen Strömungen im Judentum zu suchen sei. Bertha Pappen heim Frankfurt. Verklungene Synagogen-Melodien Die noch heute ihrer hehren Bestimmung dienende BrilPsche Synagoge im Erdgeschosse des noch von verschwundener Pracht zeugenden Hauses. Judengasse 28 (dazumal Altstadt 258) ist im Jahre 1811 mit einer auf das Haus intabulierten Stiftung „für alle Zeiten55 gegründet worden. Die Stifter, das edle Menschenpaar Esriel Brillin und seine engelhafte Frau Traule, waren Kinder zweier gefeierter Pressburger Judenrichter. Er, der Sohn Samuefl (Sanwill) Brillins, sie die Tochter des noch berühmteren Jakob Mandl, bekannter unter dem Namen Koppel Theben. Er war ein Schüler des Pressburger Rabbi Meir Barbv und des Nikolsburger Landesrabbiners Markus Benedikt (Mordechaj Benet). Das von seinen und ihren Eltern ererbte Vermögen machte ihm möglich, sich Zeit seines Lebens gänzlich dem Studium der Thora zu widmen. F,r schlug auch darum jedes Ehrenamt aus und sammelte um sich einen Kreis von Schülern. Weit entfernt, sein Vermögen vergrössern zu wollen, empfand er fast als ein Unrecht, soviel irdische Güter angehäuft zu haben. Er hat niemals seinen Mietern den Wohnzins erhöht und verlieh sein Geld ohne Zinsen. Als sein Haus in wundersamer Weise aus der infolge der Bombardierung Pressburgs durch Napoleon entstandenen Feuersbrunst 1809 und aus der noch grösseren Briandkatastrophe 1811, welche das Hospital und das wertvolle Gemeindearchiv zerstörte, unversehrt hervorging, beschloss er einen Teil seiner irdischen Schätze ad majorem gloria Dei zur Gründung und Ausstattung eines Gotteshauses als Dankopfer darzubringen. Noch heute bewundert man die schö- 6