Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 15-16 (Februar 1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Sofer, in unserer Jugend. R. David Grünberg, dessen Melodie zum „Gebete um Regen55 wir hier der Vergessenheit entreissen wollen- Mit sehr einfachen Mitteln, ohne Chor und Orgelklang wurden hier unvergängliche Eindrücke fürs Leben von erziehlichen Wirkungen erzielt. Wir fanden schon den Text hinreissend schön, trotzdem er nicht allein eine Prüfung unserer hebräischen Sprachkenntnisse voraussetzte, sondern anziehende Rätsel, Anspielungen an Bibelverse enthielt, an welchen sich unser Scharfsinn üben musste. Dabei war der Text von enigmatischer Kürze, jede Vers zeile begann mit einem anderen Buchstaben des Alphabet und endete mit einer Glosse aus der Bibel mit dem Endworte „Wasser55- Der hier vertonte Text erfleht im Namen Jakobs, Moses und der zwölf Stamme den Regen. 0, gedenke seiner, nur mit dem Stab durchzog er einst des Jordan Wasser. Entflammten Herzens wälzte er den Stern vom Hirtenbrunnen Wasser, da rang er mit dem Himmelsfürsten gemengt von Feuer und von Wassery darob hast Du ihm da verheißen, mit ihm zu sein im Feuer und im Wasser. (Gern ein de.) Um seinetwillen entzieh uns nicht das Wassert 0, gedenke feiner, den man zog im Rohreskistchen aus dem Wasser, von dein Sie kündeten (Jithros XSachter)„ er schöpfte uns und tränkte auch das Schaf mit Brunnenwasser. Als Dein auserwähltes Volk gedürstet hat nach Wasser,, schlug die Felswand er mit seinem Stab. und da entströmte ihr das Wasser. (G e m e i n d e.) Um seinetwillen entzieh uns nicht das Wassert 0, gedenk der Stämme, von Dir geführt durch wundersam geteilte Wasser und denen Du versüßet hast des Brunnens bitterliches Wasser, llor Nachfahr hat um Deinetwillen„ vergossen Lebensblut wie Wasser. 0, Neig Dich zu, denn unser Leben ist wild 'umschlungen von dem) Wasser. (Gemeinde.) Um ihretwillen entzieh uns nicht das Wassert Die Melodie ist kindlich einfach. Sie hat nichts vom wilden Schmerz des Ostjuden, auch nichts von den dort beliebten Koloraturen, der Dreh war hier in der Musik ebenso missliebig wie im Leben. Es war die Zeit des hoffnungsfrohen Aufstieges zur Freiheit und Gleichachtung. Weiche, wohllautende Molltöne klingen darin wie verzogenes Leid. Eduard Donath, der berühmte Kenner und Interpret orientalischer Musik und Tempelgesänge hat die Melodie in Noten festgehalten. Auch er hat die Eindrücke 8