Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 13-14 (November 1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 31 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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der exotische Kopf Theodor Herzls sich stylgerecht in die Reihe der Propheten des Orients einzufügen, obwohl es uns scheint, als ob Herzl eher den Geist Europas nach Asien tragen wollte. Doch ist Zionismus in diesem Buch nicht etwa das Finale, wie in den biblischen Prophetien. Hatvany behält seine wissenschaftliche Objektivität und scheint das meiste Vertrauen in die Zukunft Chinas zu setzen. Alles in Allem eine begrüssenswerte Tat der Popularisierung der orientalischen Wissenschaft, eine Wissenschaft, in welcher aber die mystische Andacht eines merkwürdigen Verfassers webt, der der heuchlerischen Westkultur den Rücken dreht und das Antlitz wieder anbetend gegen Sonnenaufgang neigt, wie einst sein grosser Ahnherr Fürst Akiba von Buda. Nekrologe Ladislaus Bauer. Dieses Bild des wahren Biedermanns, dem man so gerne begegnete auf seinem Wege, der stets zum oder vom Tempel, zur oder von einer Guttat geführt hat, sei für seine zahlreichen Freunde und Verehrer festgehalten. Besondere Sorgfalt hat er der Mensa der Jeschiba zugewendet, deren armen 2'öglingen er Helfer und väterlicher Berater gewesen ist, auf denen er durch seine heitere Lebensbejahung und vollkommene seelische Ausgeglichenheit einen wohltuenden Einfluss ausgeübt hat. Er wurde am 28. Feber 1853 in Albert- Irsa geboren, als Sohn des dortigen Weinbauers Simon Bauer. Er war fünfzig Jahre hindurch Holzhändler und Zimmerineister. Er hat an der Gründung der orth. isr. Kultusgemeinde in Kecskemet seinen Anteil und war deren langjähriges Vorstandsmitglied. Es war die Freude seines Lebensabends, in der ehrwürdigen Pressburger Gemeinde ein wohlgewürdigter Faktor des religiösen und philantropischen Lebens im Kreise seiner in angesehener Position wirkenden Söhne zu sein. Die grosse Beteiligung an seinem Leichenbegängnisse zeugte von seiner Popularität. Rabbi Salamon Aron Wertheimer. Eir Sohn unseres Landes, in Bösing als Spross einer alten berühmten Familie geboren, in der Presburger Talmudschule erzogen, ist der fromme, gelehrte Bibliograph, der in Palästina und Aegypten unermüdlich an der Veröffentlichung von wertvollen Handschriften gearbeitet hat, in Jerusalem gestorben. Sein Leben war von der Liebe zur Thora, zu Zion und zur Wissenschaft geleitet. Er war der Onkel des Bankdirektors Adolf Wertheimer und Soma Wertheimer in Budapest. Julius Eisler. Im Alter von 63 Jahren verstarb hier der angesehene Grossgrundbesitzer Julius Eisler. Er war ein Enkel des berühmten Vorkämpfers am historischen ungarisch-jüdischen Kongresse für die Unabhängigkeit der Orthodoxie, für wrelche er in Wort und Schrift v/irksam eingetreten ist. Alexander Kövari. In Galanta verstarb der Photograph Alexander Kövari, der in den ersten Jahren der zionistirchen Bewegung der Sache mit grossem Eifer und Selbstlosigkeit gedient hat. Er v/ar Delegierter des Misrachi-Weltkongresses, dessen Bilder wir ihm verdanken. Notizen Gronemann in Pressburg. Einerseits war es ja eine wohltätige Abwechslung einmal einen Vertreter der westeuropäischen Kultur nach gar so viel Darbietungen von Gästen aus dem (allzu) nahen Osten zu sehen, hingegen waren wir nicht angenehm überrascht, statt von dem alten, verantwortlichen Zionistenführer Antworten auf die bangen Fragen des Judentums zu hören, eine lustige Soiree im Geschmack Saphirs zu erleben. Der grösste Teil des Vortrages bestand aus alten jüdischen Witzen und 31