Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 13-14 (November 1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 22 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Geburtsdaten Herzls und Nordaus. Merkwürdigerweise hat sich noch Niemand die Mühe genommen, im vMatrikelamt der Budapester Kultusgemeinde die amtlichen Eintragungen der -Geburt Herzls und Nordaus nachzusehen. Unser Landsmann, Amtsrat Lazar Gelber, der sein Amt mustergiltig verwaltet, hat die historischen Daten sofort zur Hand: Seite 145 Jahr 1860. Nr. 299 Tivadar (der ungarische Name für Theodor) Vater: Jacob Herzl, Produkten-Komissionar. Mutter Jeanette geb. Diamant, Adresse: Tabakgasse Fleischliches Haus. Hebamme: Th. Glück Circumsion: 9!. Mai. Mohel: M. Salzer. Gevatter Vater selbst. Bei Max Nordau ist die Sache komplizierter. Er ist am 29. August 1849 geboren, aber die Eltern Verabsäumten, seine Geburt anzumelden. Das Versäumte wird erst 31 Jahre später nachgeholt. Zufolge Beschlusses des Magistrates Nrl 31953 wird die nachträgliche Eintragung gestattet, wozu bemerkt wird, daß der Name des Kindes zufolge Beschlusses1 des ung. Innenministeriums 13138/1873 auf Max Nordau geändert wurde. Die Eintragung lautet Seite 401 Jahr 1880: Nr. 1076t Name des Kindes Simon Miksa (Max) 29. Juli 1849 (legitim). Vater: Südfeld (Gabriel)’. Mutter Rosalia Nel'kin. Adresse: Arena- (jetzt Wesselenyi) und Sip-u. Ecke, gewesenes Heinrichsches Haus. Hebamme: Barbara Kohut. Mohel:!N. Weiß! Gevatter Moritz Deutsch. Es Jst bedauerlich konstatieren zu müssen, daß Patai, der Verfasser des schönen Bilderbuches ,,Herzl“ offenbar nicht einmal im Matrikelamt der Kultusgemeinde die Geburtsdaten Herzl und Nordaus gesucht hat, es wäre ihm sonst nicht das Malheur arriviert, daß [er erstaunlicher Weise falsche Daten über das Geburtshaus Herzls und Nordaus liefert, In ,,Mult es Jövö“ bezeichnet 'er das Säulenhaus neben dem Tabaktempel als das Geburtshaus Herzls. In der Tat war das Geburtshaus Herzls, nach Angabe seiner Kousine Frau Dr. Wolf, ein einfaches einstöckiges Haus, Tabakgasse Nr. 1, anstoßend an d,a$ Eckhaus der Dreitrommelgasse /Dob-utca), das ,,zum wilden Manne“ genannt jwurde. Frau Dr. Wolf ist selbst dort geboren. Das Haus besaß einen großen Garten, das Hinterhaus war zweistöckig, Die Geburtsstätte Herzl war daher die Stelle, wo jetzt das Palais Karoly körut 3 c steht. Auch die Geburtsstätte Nordaus wird in Patais Herzlbuch falsch mit Dob-ü, 4 angegeben. Dort hat Nordau!als Kind gewohnt, er ist aber wie erwähnt Ecke Sip-u> 21 und .Wesselenyi-ü. 16 geboren. Dabei versichert Frau Barsi- Freund in ihrem im ,,Mult es Jövö“ veröffentlichten Vorworte zur deutschen Übersetzung des Pataischen Herzlbuches, daß Patai nicht &us anderen Werken, sondern auf Grund eigener gründlicher Forschung gearbeitet hat. Die Übersetzerin steht dann vor einem Dilemma, Das Herzl-Buch Patais wimmelt von argen Fehlern. Wenn Frau Barsi-Freund überzeugt ist, daß das Buch 22