Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 13-14 (November 1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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(Freunde, werden mich erhöhen Meine Feinde werden schmähen Wie ich sie unterscheide? Jene irren wenn sie loben Diese freveln wenn sie toben Doch ich, lächle über Beide!) ► lö/U/ (✓/ Mw SS 'wSS bbr\2 \ rr? V\\v s;;'i pin’ nn Sein Grab ist seiner Verfügung entsprechend mit einem Holzgitrer umfriedet, damit man ihm nicht nahe trete! Er hatte einen würdigen Partner an dem Direktor der isr. Schule in Bittse, Abraham Friedler (eigentlich Friedländer), der um die gleiche Zeit poetische und wissenschaftliche Aufsätze in ,,Koehbe Jizchak“ veröffentlicht, nachdem er bereits im Jahre 1S30 in der Ofner Universitätsdruckerei eine Elegie in guten hebräischen aber minder guten deutschen Versen auf den Tod des Vrbover Rabbi Koppel-Altenkunstadt (Urgrossvater des jetzigen Oberrabbiner von Vrbove) gedruckt hat. Groß-Bittse war also dazumal weithin in Israel als Pflegestätte hebräischer Poesie bekannt. Ein Sohn (oder Neffe?) Moses Neubauers, Adolf Newbauer, war feiner der bedeutendsten Orientalisten des 19. Jahrhunderts, Professor an der Oxforder Universität und Bibliothekar der Bodleiana-Sammlung, Seine Biographie ist ja in jedem Lexikon nachzusehen. Unter seinen vielen Werken ragt empor seine ^Ausgabe der Karpdtenschriften in Petersburg und sein mit Renan jherausgegebenes Buch über die französischen Rabbiner des XVI. Jahrhunderts* Eine FamfLientradition weiß gar zu erzählen, £laß dieser große Gelehrte in der Jugend garnichts gelernt Ihat, und daß ihn erst die Erziehung durch den Ortspfarrer auf den rechten Weg gebracht hat. Der Familie Neubauer entstammt auch der ebenfalls in London wirkende (berühmte Gelehrte Prof. Adolf Büchler und der Schriftsteller Paul Neubauer in Prag, ein Sohn des gewesenen Bürgermeisters von Novemesto. Der eigentliche Stamm der Familie in Kollarovic ist ganz verarmt und hat sich mit den slowakischen Bauern in Sprache, Tracht, Sitte und Arbeit völlig verschmolzen. Die hebräischen Dichtungen und Aufsätze Neubauers und Friedlers sowie (dessen selten gewordene hebräisch-deutsche El,e-* gie ,,Saakat Scheber‘‘ befinden sich in der Judaica-Abteilung der hiesigen Universitätsbibliothek, unbeachtet und ungekannt von all den kielen hebräischen Vereinen und jüdischen Kulturi astitutionen der Slowakei. Trägt man im hebräischen Gymnasium in Mukacevo überhaupt über die heimatliche hebräische Kultur vor? Hat die jüdische Partei auch nur das Ge ringste zur Förderung und Forschung der slowakisch-jüdischen Kulturgeschichte getan?;Ist unsere seit Jahren erhobene Forderung, daß von den Unsummen, welche unter diesem Titel erhalten und verwendet werden auch etwas für die heimatliche hebräische Kulturgeschichte, für Bibliotheken und Bibliographien h e imatlicher hebräische Literatur gegeben werde ungerecht? 21