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Judaica · 1935-11-01 · 13-14 (November 1935) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
13-14 (November 1935)
Date
1935-11-01
Page
Seite 20 (sequence 22)
Language
German
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es sich ergibt, daß der Mitbürger Georg Stacho in bedrängter Lage ist und da er den Fundus aulf seiinenr Gründe nicht be** nötigt, so kann der genannte Jude dieses Grundstück kaufen, den vereinbarten Kaufpreis bezahlen und er wird wie einer unserer Mitbürger Ungesehen. Worauf der Richter Andras Brecska und die 1’Vorstehung diesen Brief im Hause der Richters aush gegeben haben, um dieser Sache bleibende Giltigkeit und Sicherung zu /Verleihen und damit Niemand diesem Jude etwas zu Leide, tue und er in Sicherheit sein möge. Die1- Urkunde wurde mit dem Siegel des Richters versehen und von ihm, sowie zwölf Geschworenen unterschrieben. Die im Neubau wohnende jüdische Familie wurde darum Neubauer genannt. Eine andere Version besagt, daß die Neubauers von Leipnik kamen, Ischon früher Novesedlak hießen und daß ein Vorfahre an der Seite der Hussiten gekämpft hätte, was jedenfalls* hier notiert Verden darf. Der Name Neubauer ist in den Annalen der hebräischen Wissenschaft rühmlich verzeichnet. Der Erste, nicht bedeutendste aber wohl interessanteste dieser Garde ist der im August 189c in hohem Alter verstorbene Rabbiner von Bittse-Kotteso Moses Neubauer, Er gehört zu der hebräischen Federgilde der Mitarbeiter der von Max Emanuel Stern herausgegebenen berühmten Eterarischen Sammelschrift „Kochbe Jizchok“. (Sv Nr. 11—12'.) Neubauer erscheint schon im ersten Bande 1844 als Mitarbeiter, er muß offenbar schon dazumal über die Grenzen seines Landes als hebräischer Schriftsteller bekannt gewesen sein. Nebst exegetischen Erläuterungen, fordert er unter dem Titel „Et libnot“ schon damals zur Errichtung eines Rabbinerseminars auf. Im zweiten Hefte verrät sich der Sarkasmus Neubauers knit einem Aufsatze „Tahapuchot jamenu“ (Die Verkehrtheiten unserer Zeit). 33er Aufsatz muß Staub aufgewirbelt haben, denn im nächsten Bande wiederruft er in einer Psalm-Parodie die „Tefila le-Mosche“ ironisch seine Bemerkungen. Im sechsten Hefte der „Kochbe Jizchak“ veröffentlicht er (eine Elegie auf den Tod seines Großvaters mütterlicherseits Chaim Teimdörfer, der am 9. Nissan 5606 (April 1846) im Alter von 80 Jahren gestorben ist. Im 7. .Hefte erW scheint eine Ode an die Pester jüdischen Führer wegen ihrdsE Erfolges in der Sache der Toleranztaxe, im neunten Hefte eine Dankesrede an seinen Verwandten, den Wiener Sekundararzt Dr. Hermann Schlesinger und im zehnten Heft ein Artikel über die Lage der Lehrer. Damit endet seine Mitarbeitschaft an der berühmten (Zeitschrift. Neubauer hatte drei Frauen, und 24 Kinder. Er (hatte trotzdem sein leidliches Auskommen, da ihn sein Gönner, der Holzmagnat Baron Popper, nicht darben ließ. Er scheint, (recht viel Kämpfe und Feinde gehabt zu haben. Sein Grabstein weist ein von ihm verfaßtes Epitaph auf, in welchem er Freund und Feind noch übers Grab hinaus ironisiert. 20

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