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Judaica · 1935-11-01 · 13-14 (November 1935) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
13-14 (November 1935)
Date
1935-11-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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ren, Spitzen, Bänder, sowie in allen in das Fach einschlagenden Artikeln, in Wien besorgt. Beide, ich und meine Frau waren im Geschäfte tätig. Zu jener Zeit hat man noch das Geschäft um 6 Uhr früh aufgesperrt und erst um 9 Uhr abends geschlossen. Da wir aus dem Gasthause aßen, waren wir ununterbrochen im Geschäfte und hatten nur am Samstag Ruhe. Da wir durch unseren Fleiß und Sparsamkeit wahrnehmen konnten, daß sich das Geschäft von Tag zu Tag zunehmend besserte und wir auch keine Konkurrenz hatten, lebten wir für uns und dem Geschäfte glücklich und zufrieden. Im Jahre 1838 ist meine Frau mit einem Mädchen entbunden, welches wir leider nach einigen Tagen verloren haben. Im Jahre 1840, am 4. Jänner, ist meine Frau mit eindrn Knaben entbunden, nämlich mein Sohn Moritz, der nach meinem seligen Großvater {genannt wurde und mit dem wir uns sehr freuten. Im Jahre 1841, den 26. Dezember wurde meine Frau von einem Mädchen entbunden, welche wir Pepi nannten. Im Jahre 1842, den 27. April wurde meine Frau vor einem Knaben entbunden, welcher Adolf genannt wurde. Im 1843, den 12. April wurde meine Frau von einem Knaben entbunden, welchen wir Heinrich nannten. Im Jahre 1844 wurde meine Frau von einem Zwilling entbunden u. zw. beide Knaben, es war ein Tag nach Pessach, an einem Feiertag. Ich w,a;r damals in Wien, um meinen Einkauf zu besorgen und da es zu dieser Zeit: weder ein Telegraf, noch eine Eisenbahn exitierte, wurde es mir durch die Post von meinem Schwager, Heinrich Löwy angezeigt. Die Nachricht überraschte mich sehr, ich rüstete sofort zur Abreise mit dem Dampfschiff, das von Wien nach Preßburg ging, jedoch von der Kaisermühle und da es Samstag war mußte ich den Weg zum Prater zu Fuß nehmen. Ich kam abends zuhause an, wo ich die Wöchnerin und beide Knaben gesund auffand, der Bris ist glücklich vorübergegangen, den ersten haben wir ’lgnatz, den zweiten Jacob geheißen, nach einigen Wochen starb uns Jacob. Im Jahre 1845 ist meine Frau mit einem Mädchen entbunden, welches wir Betti nannten. Trotzdem die Bedürfnisse, während der 8 Jahre, die wir verheiratet waren, immer größer wurden, da wir auch die Kinder anständig erziehen ließen, ist es uns gelungen durch anderen Fleiß (und Sparsamkeit unser Vermögen zu vermehren, Im Jahre 1847 ist mein sei. Vater in Altenburg gestorben, den wir in Ragendorf beerdigen ließen. Im Jahre 1846—1847 hat sich das Geschäft im Allgemeinen miehr von der Judemgasse zur breiten Stiege zu verbreiten begonnen. Da zu dieser Zeit das Eckgeschäft, welches [jetzt] Emanuel Mandl hat, die Witwe Schacherl inne hatte, welche auch Putzwaren führte und mir Konkurrenz geboten hatte, da sie näher zur Stadt war, mir viele Kunden entzog, und da mein Geschäft im Bernauerschen Hause zu enge wurde, so sah ich fnich genötigt ein Lokal in der Nähe zu mieten. Ich nahm daher das Eckgeschäft 12

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