Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 13-14 (November 1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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der Wagen wurde unter großem Jubel bis zu unserem Hause gezogen. Unter großem Jubel wurde bei uns Einzug gehalten. Der Oberrabbiner hat auch viele Fremde von weit und breit empfangen. Nachdem mein Bruder im Frühjahre 1835 in Preßbürg geheiratet hat und sich schwer einen Nahrungszweig verschaffen konnte, habe ich mich entschlossen, mit ihm in Compagnie ein Geschäft in Preßburg zu errichten. Wir haben am 6. Oktober 1835 einen Vertrag geschlossen, ...welcher sich noch in meinen Händen befindet und haben uns im Bettelheimschen Hause ein Geschäft eröffnet, wozu mein Bruder 850 fl. und ich 2020 fl. hergegeben habe. Wir haben teils Manufaktur und [teils Pelz wäre eingeführt. Ich habe dennoch mein Geschäft in Altenburg weitergeführt und habe meinem Bruder das Geschäft zum Betrieb überlassen, nur bin ich jeden Freitag hergekommen und habe bis Montag, wenn es nötig war, den Einkauf in Wien besorgt. Da ich mit der Zeit die Übersicht erlangt habe, daß mein Bruder nicht die Fähigkeit hatte, das Geschäft allein zu führen, entschloß ich mich ein Geschäft allein zu etablieren, jedoch war dies mit großen Schwierigkeiten verbunden, denn zu jener Zeit konnte nur Einer, der in Preß*- bürg zuständig war, oder ein Mädchen, welches da zuständig war und geheiratet hat, ein Geschäft aufenachen, dann wurde er von der Judengemeinde als zuständig betrachtet. Da fmir zu dieser Zeit Herr Moritz Geiduschek, der mich und meine Verhältnisse genau kannte den Antrag machte, meine sei. Frau zu heiraten, gab ich bald meine Einwilligung hinzu. Ich kannte sie, da ich öfter ins Haus kam un>d ihr Bruder Heinrich mein Freund war. Im Oktober 1836 wurde beim Herrn Samuel Fürst, dem Bruder meiner sei. Schwiegermutter unsere Verlobung gefeiert und mir als Mitgift 2000 fl. zugesagt, welche ich auch erhalten habe. Nach meiner Verlobung habe ich mein Geschäft den Winter hindurch noch in Altenburg geführt und beauftragte meine Schwiegermutter, sie möge indes Umschau halten, ein Geschäftslokal zu bekommen, welches man [dazumal] nur durch Abfindung von der Partei erlangen konnte, was ihr auch gelungen ist, denn sie hat da-s Geschäft von Frau Judes Deutsch, der Mutter des jetzigen Hof Wechslers Ignatz Deutsch auf gütlichem Wege bekommen. Es war im Bernauerischen Hause und habe ich es vom Hausherrn für den 24. April 1837 gemietet. Auch ist ihr gelungen eine anständige Wohnung zu bekommen, im Nagelschmiedischen Flause. Nachdem das Geschäft und die Wohnung geordnet waren, haben wir unsere Hochzeit festgesetzt für den 4. Mai 1837, welche auch an dem bestimmten Tag vollzogen wurde. Die Trauung vollzog der damalige Oberrabbiner, der Großvater des jetzigen Rabbiners und dieser gab mir, da er mich noch von Ragendorf aus kannte, den Chower, welchen zu jener Zeit nur ein guter Talmudist bekam. Gleich nach meiner Hochzeit habe ich mein Geschäft im Bernauerschen Hause eröffnet und meinen Einkauf in Weißwa- 11