Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 13-14 (November 1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Adolf Salvendy (1836-1913)- Unter den Palästinapionnieren die aus der alten Preßburger Schule hervorgegangen sind, nimmt Dr. Adolf Salvendv neben Albert Cohn den ersten Rang ein. Er ist im Jahre 1836m Nojvemesto (Waag-Neustadtl, Väg-Ujhely) als Sohn des angesehenen Kaufmannes Joachim Salvendy geboren. Seine erste talmudische Ausbildung erhielt er vom dortigen Dayan Rabbi Emanuel Neumann, setzte dann seine Studien an der Preßburger Jeschiba unter dem Ketab-Sofer ünd an dem Breslauer Seminar fort. Er war Rabbiner in Dürkheim (Pfalz) und zuletzt in Karlsruhe. Er war Mitbegründer des Kolonisations-Vereines für Palästina „Lemaan Zion“. Zufolge seiner Aufrufe in jüdischen Blätter gründeten sich in (vielen Orten Vereine zur Kolonisation Palästinas. In der Hildesheimerschen „Jüdischen Presse“ leitete Salvendy die Rubrik für Kolonisation Palästinas und der Spendenausweise. Auf seine Anregung haben jüdische Frauen eine „Chala-Büchse“ im Hause angebracht, in welche sie die Chala-Steuer entrichtet haben. Auch Jugend vereine entstanden auf seine Anregung, so der Jugendverein „Bne Zion“ in Preßburg im Jahre 1883/4. Quittung des Vereines „Bne Zion” n Pressburg 1883—1884 (Salvendy-Ortsgruppe). Er hat große Verdienste um die Förderung der Augenklinik, des Waisenhauses, der Wohnhäuser für Arme und anderer Institutionen in Palästina und als Mitarbeiter der „Alliance israelite“. An der Kattowitzer Konferenz wurde er zum Ehrenmitglied der Chowewe Zion fernannt. Er gab eine Reihe von Flugschriften und Berichte über das jüdische Palästina heraus. Im nächsten Jahre jährt sich der Geburtstag Dr. Adolf Salvendys zum 100. Male’. Seine Vaterstadt und die Freunde Zions aller Welt würden eine (alte Ehrenschuld tilgen, wenn sie diesen Tag würdig der Bedeutung dieses treuen selbstlosen Diener Zions, festlich begehen würden. 4