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Judaica · 1935-08-01 · 11-12 (August 1935) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
11-12 (August 1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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Max Emanuel Stern (Schluß des Artikels von Nr. 7—8.) Zur Höhe seiner Bedeutung für die hebräische Kulturgeschichte erhebt sich Max Emanuel Stern im Jahre 1844, wo das erste Heft seiner hebräischen Sammelschrift erscheint. Das erste Heft trägt den Namen „Bikkure haittim“, wie das einst so populäre Wiener hebräische Jahrbuch, das zweite und die folgenden Hefte haben den Titel „Kochbe Jizchok“, (die Sterne Isaks, womit er den Namen seines Vaters Isak Stern verewigt Unterschrift des Isak Stern auf einem Nachtrage zu seinem Heiratskontrakte. Sonntag, 2. Schebat 5504 (1804), wo er seiner Frau 1500 Rheinische Thaler verschreibt. hat). Im Jahre 1846 konnte er zu jedem Quartale mit einem neuen Hefte herauskommen. Seine Verdienste um die Belebung der hebräischen Sprache finden auch außerhalb des Juden tumes ehrende Anerkennung. Er war Mitglied $er deutschen morgenländischen Gesellschaft zu Leipzig und Halle und wird von Franz Josef mit der ,,k. k. österreichischen Medaille für Wissenschaft und Kunst“ ausgezeichnet. Er wird der gefeierte vielbesungene Führer der hebräischen Literaten der Monarchie. Im Jahre 1847 kann er fünf weitere Hefte edieren. Aber der Sturm der Revolutionsjahre reißt den gepflanzten Baum der Erkenntnis um. Nicht mehr als ein einziges Heft kommt, im Jahre 1848 heraus. Erst im Jahre 1850 schreitet er an „den Wiederbeginn unseres heiligen Unternehmens'4. Im Jahre: 1851 vermag der mit fanatischer Hingabe seiner Mission dienende drei Hefte herauszugeben. Von 1852 an gelingt es ihm nicht mehr als jährlich ein Heft drucken lassen zu können, mit Ausnahme des Jahres 1852 und 1863. In diesem Jahre erhält Stern eine Subvention von der kaiserHchen Akademie der Wissenschaften. Bis zum Jahre i86q hält er tapfer durch. Ein Vierteljahrhundert lange hat er mit eiserner Energie seine gefeierte „Kochbe Jizchak“ aufrecht erhalten. M. E. Stern blieb Zeit seines Lebens der Matmid von der Chatam-Sofer-Jeschiba. Sein enormer Fleiß, verbunden mit der virtuosen Schnelligkeit seines Schaffens haben die erstaunliche Fülle seiner erschienenen Werke ermöglicht, wobei zu erwägen ist, daß er sich wie alle Pioniere der Wissenschaft auch noch das Stroh zu den Ziegeln seiner Tempelbauten suchen mußte. Um ihn herum entwickelte sich der gewaltige wirtschaftliche Aufstieg des Wiener Judentumes; in den letzten Jahren s'eines Lebens, in den ersten Siebziger-Jahren ging dieser Aufschwung von crescendo zu furioso über. Aber gerade zur Zeit als dieser märchenhafte Goldregen über das Wiener Judentum niederging, als die Masse von einst armen Judenjungen, die die große Alijah von Böhmen, Mähren und Ungarn nach Wien vollzogen haben, über fürstliche Wohnungen und Equipagen ver- 6

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