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Judaica · 1935-08-01 · 11-12 (August 1935) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
11-12 (August 1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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dentliche, ja eine schreckliche sein — und sie ist es auch! Ihr wißt es ja, Glaubensbrüder, habt es vernommen das Elend, daß (!) durch die in jüngster Zeit eingetretenen Verfolgungen über uns hereingebrochen. Wir haben nunmehr keine Sicherheit für unseren Erwerb und unsere Ernährung, keine Sicherheit für Person und Eigenthum; wohltätig gestiftete Anstalten werden verstört und verwüstet, die zu unserem letzten Ruheplatz bestimmte Scholle Erde vergönnt man uns nicht mehr; dabei verharren unsre Bedränger in einer immer fertigen „gereizten Stimmung“ ein rügender Journalartikel zu Gunsten der Juden, oder ein auf G e w i n n berechnetes Pasquil gegen die Juden ist jetzt hinreichend genug, um entscheidend auf unser Schicksal einzuwirken. Wir brauchen Euch das traurige Schattenbild unsrer sozialen und bürgerlichen Stellung nicht mehr vor Augen zu führen, welches uns bewog, das herbe Wort „Trennung“ auszusprechen und unter göttlichem Schutze nach einem Welttheile zu gelangen, wo wir ungestört und ungehindert unsrem Gotte und unsrem Glauben leben können, wo wir wegen dem, daß wir Gott allein anbethen und seine Gebothe befolgen, keine Verfolgung, Zurücksetzung und Verachtung ausgesetzt sind, wo wir zeigen wollen, daß Israel den Pflug zu führen, den Hammer zu schwängen nicht scheut, wenn kein mittelalterlicher Druck und tödtender Zunftgeist ihre Hemmnisse in den Weg legt. Es ist herzerhebend und rührend zu vernehmen, wie die jüdischen Länderbewohner, in Ortschaften, wo die Mehrheit der Insassen U ngar n sind, vor selben in Schutz genommen und auch in ihren bewaffneten Reihen eingegliedert wurden, hingegen haben in Komitaten, wo die Eingewanderte und Nichtungarn hausen, die gräßlichsten Verfolgungen gegen unsre Brüder stattgefunden, so z. B. in den Ortschaften des Preßburger Komitatsbezirkes, namentlich in der königl. Frei- und Krönungsstadt Pre ßburg. Daher die Israeliten, welche durch die gute Gesinnung ihrer christlichen Mitbrüder, vor Raub und Plünderung geschützt sind, ermahnt werden auf Mittel zur Aufhülfe ihrer in anderen Orten zu Grunde gerichteten Glaubensgenossen bedacht zu sein; da es sich gegenwärtig um das Gelingen eines gottgefälligen Unternehmens handelt, indem viele geschickte Handwerker und der Landwirtschaft beflissene Familien aus dem Preßburger Komitate und noch anderen Gegenden Ungarns die zum Auswandern sich g ezwungen sehen, in der Stadt Preßhurg zu einer Gesellschaft sich förmlich konstituirt haben und welche Unterstützungen benöthigen. Brüder des jüdischen Stammes! Diejenigen, welche jetzt um milde Gaben euch anzusprechen sich gezwungen sehen, sind, keine Bettler, keine arbeitsscheue, sondern einstige solide Leute, sie sind nicht ganz ohne Mittel, ihr dermaliges Stammkapital beläuft sich auf circa 12.000 fl. C. M. doch sind unter ihnen Halbwegsbemittelte und Mittellose, welche durch die Thätigkeit ihrer Hände ihre trau- 4

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