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Judaica · 1935-08-01 · 11-12 (August 1935) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
11-12 (August 1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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tigte und unterstützte neologe Distriktsleitung durch. Nach dem Tode des Ketab Sofers, Ende 1871, treten etwa 150 Mitglieder aus der Mutter gemein cfe jaus und bilden die neologe Gemeindje. Schick ist ihr geistiger Führer. Er ist abfer außerstande, sein Ideal einer Gemeinde zu verwirklichen, er kämpft vergebens gegen die Errichtung eines besonderen neologen Friedhofes und gegen die, Berufung des Predigers Dr. Bak. Er kehrt aufs Tiefste enttäuscht wieder in dm Schoß der alleins’eligmachienden Orthodoxie; zurück. Ein schweres Leiden bannt ihn fast 12 Jahre lange an s^ein Studierzimmer. Dort aber entfaltet d,er Schnittwarenhändle;r Selig Leb Schick eine wissenschaftliche Tätigkeit, die her an reicht an die Leistungen führender Rabbiner. Seine. Korrespondenzen und Responsen sollen 7 Bänd'e ausgemacht haben. Am 29. D'eziembjer 1882 erlöst ihn der Tod von seinen körperlichen und seelischen Qualen. Es hat nebst zahlreichen Aufsätzen in verschiedenen Blättern eine kleine Schrift „Moderne Judenverfolgung als Osterbeilage zum Humoristen (Wien 1848) und ein Flugblatt „Kurze Abfertigung“ gedruckt. Ein anderes Flugblatt „Nesselblätter" trägt auch den Stempel seines Geistes. Seine hebräischen Aufsätze im „Schomer Zion“ zeichnet er mit dem Pseudonym die Anfangsbuchstaben seines hebräischen Namens Abieser Jehuda. Schick, der intellektuelle Gründer der neologen Gemeinde liegt im orthodoxen Friedhofe begraben. Der Grabstein rühmt seine große Wohltätigkeit, hohe Gelehrsamkeit in talmudischen und weltlichen Fächern und seinen rastlosen Fleiß im Studium des Talmuds. Besonders wird die menschenfreundliche und geistvolle Art seines Verkehres mit jedem Menschen ohne Unterschied hervorgehoben. Er war einer der größten der vielen Genies, die das Preßburger Ghetto hervorgebracht hat, dieser Schnittwarenhändler am Komitatshausplatze mit dem Kopfe eines Prager Oberrabbiners! Aufruf zur Auswanderung nach Amerika im Jahre 1848 (Siehe Artikel „Leopold Schick44) Geliebte Brüder! Was gegenwärtig viele Israeliten Ungarns veranlaßt den heimatlichen Boden, auf dem ihre Wiege gestanden in dem die theueren Überreste ihrer Väter ruhen, das geliebte Vaterland, in dem sie geboren und erzogen, die heiligen Stätten wo sie ihr Herz in Andacht vor Gott ergossen, ihre theueren Anverwandten, geliebten Freunde, Lebensgefährten und so Vieles, was dem Herzen lieb und werth ist, zu verlassen, um sich in weiter Ferne eine neue Heimath zu sichern, die Ursache, die einen solchen außerordentlichen Entschluß hervorgebracht, muß eine außeror- 3

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