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Judaica · 1935-06-01 · 9-10 (Juni 1935) · p. Seite 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
9-10 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
Seite 35 (sequence 39)
Language
German
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italienischen Reisen stets mit Schätzen der Wissenschaft beladen heim. Das vorliegende Werk vermittelt uns in vorbildlicher Kürze in Wort und Bild die Bekanntschaft mit dem berühmten hebräischen „Kanon” des persisch-arabischen Arztes und Philosophen Ibn Sina- Aviccnna, der in Bokhara zwischen 980 bis 1038 gewirkt hat. Der Sage nach hätte Maimonides die hebräische Übersetzung des Kanons besorgt, Tatsache ist bloss, dass Rambam sich viel mit diesem Werke beschäftigt hat. Die fünf prachtvollen Miniatüren, die das Werk schmücken, geben einen höchst interessanten Anschauungsunterricht über das Heilwesen des Mitteialters; die hebräische Übersetzung geschah im 13. Jahrhundert. Wenn Bücher ihr Schicksal haben, trifft dies noch mehr von einem solchen Buchschatz zu. Zuletzt hat ihn Napoleon entführt, nach seinem Sturze erhielt ihn der Papst zurück, der ihn der Bolognaer Universität geschenkt hat, die dieses hebräische Werk den „Stolz der Bibliothek” nennt. Rede, gehalten... vom Oberrabbiner S. W. Schreiber. 15. April 1848. Die angekündigte historische Kanzel rede ist im Judaica-Verlag erschienen. Sie enthält die Bilder des Ketab-Sofer und des Debrecener Oberrabbiners Jonah Bernfeld, wie ein Faksimile des Partezettels des C-hatam Sofer, auf welchem die Installation des Ketab Sofer verkündet wird. — Preis Kc 10.—. Das Licht im Westen von S. Schachnowitz. Herausgegeben von der Agudat - Israel Jugendgruppe, Bratislava 1934. — Das Buch soll Wahrheit und Dichtung über das Leben und Wirken des grossen Pressburger Rabbi, de; O tarn Sofer enthalten. Die Achtung vor dem jahrzehntelangen literarischen und pädagogischen Wirken des Autors mässigt den Ausdruck unserer peinlichen Überraschung über dieses Buch, das eher eine Parodie als eine historische Skizze darstellt. Das Buch strotze von Anachronismen und falschen Daten. Das Pressburger Kapitel beginnt damit, wie der Schammes Ber Frenk die Synagoge zum Empfange des Chatam Sofer bunt auf putzt (das hat man in Pressburg niemals getan). Frenk, nach diesem Buche, eine spassige Figur, dessen Spitzbart die Wetterfahne seiner Laune war, fährt einen Fremden, der in der Synagoge betet, grob an. Es ist .aber Chatam Sofer, der (nach Schachnowitz.) sich am Tage seines Empfanges den Ulk leistete, unbemerkt in die Gemeinde zu schleichen1 Welch ein toller Einfall! Der streng korrekte, mit Würde auTretende Rabbi sollte den feierlichsten Tag .'.eines Lebens zum Purimspiel machen5 Ber Frenk hatte gar keinen Spitzbart, sondern war glatt halbiert, war keine spassige Figur, sondern ein Patriziersohn, der stolze Autor vieler Werke, Passkommissär, Künstler, hochgeachtet vom Rabbiner und YArsteher. Der Empfang des Chatam Sofer war in der Tat sehr einfach unct würdig. Eine Deputation, Kalman Wannefried an der Spitze, fuhr ihm entgegen. Der Autor hat nicht einmal das „Buch der Erinnerung” des Chatam Sofer als Quelle herangezogen WÜihrend Chatam Sofer selbst erzählt, dass er nicht ins Heereslager gegangen sei, sondern statt seiner Salrnan Bernau und Mendt 1 Lewuw sandte, berichtet Schachnowitz, wie Chatam Sofer ins Lager geht und welche Sensation ihn dort erwartete. Später erzählt Schachnowitz von dem Bachur M o r d e c h a j Saphir aus J 11 n g - B u n z hi 11 und seinem Schicksal Dieser Bachur hiess aber M o s c h e Saphir und kam aus L o v a s b e r -e n v in Ungarn. Jedes Konversationslexikon hätte den Autor darüber informiert. Schachnowitz hat keine Ahnung, dass Saphir bei seinem Onkel Esriel Brill wohnte, daher im engsten Kontakt mit dem Chatam Sofer war und nicht das fremde Bacherl aus Bumesl. Am Totenbette Chatam Sofers lässt Schachnowitz. die Vorsteher S a 1 m an Be rn a u und Mendel L e w u w stehen. .Aber der grosse Rabbi starb am 3. Oktober 1839, Salrnan Bernau 1829 und Mendel Lesvuw 1832. In der Tat stand beim Sterbebette des Chatam Sofer Wolf Pappenheim und Kalman Betteiheim, dessen enge freundschaftlichen Beziehungen zum Rabbi schon im ^.Israelit” reichlich geschildert worden sind. Die Zentralfigur der Chatam Sofer-Aera Abraham Hirsch Lemberger ichlt vollständig in diesem Buche, bchachnowütz lässt den Chatam Sofer keinen Moment „lernen”, sondern immer kolezen. In der Tat hat der grosse Rabbi jede Sekunde seinem Studium weinen wollen und iiberliess die weltliche Leitung gänzlich den Vorstehern. Er ging in seiner Hatmada so weit, dass er seine Mutter in Frankfurt nicht selbst besuchte, sondern Ber Frenk (ohne Spitzbart) nach Frankfurt sendete. um Nachricht von der Mutter zu 35

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