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Judaica · 1935-06-01 · 9-10 (Juni 1935) · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
9-10 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
Seite 34 (sequence 38)
Language
German
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welchem er aufgewachsen ist. Es mangelte ihm jene staatsmännische Fähigkeit, welche jedes andere Volk von feinen Führern fordert. Als der Krieg ausgebrochen ist, jammert Dr. Lewin, kurzsichtig für die grossen .Möglichkeiten, welche der Friedensschluss bringen konnte, dass alle Hoffnungen des Zionismus zerstört seien. Dann schlägt sein Pessimismus ins andere Extrem um und er sieht in der Balfour-Deklaration die Geula schlemm Es war eine individuelle Erlösung für ihn und seinen Kreis, die in politischer Unfreiheit aufgewachsen waren und welche die politische Unfreiheit in Palästina nicht schmerzlich empfinden . . . Der Nekrolog in der „Jüdischen Rundschau55 weist viele Irrte mer auf. Die ,,berühmte Rede55 Lewins schilderte den Juden nicht als Peter Schlemihl, sondern im Gegenteil, Lewin sagte in dieser oft wiederholten Rede, dass der Jude, nicht wie behauptet werde, der moderne Peter Schlemihl sei. Unrichtig ist auch die Mitteilung, dass Lewin in Amerika beim Ausbruche des Krieges dort das provisorische zionistische Zentralkomitee gegründet hätte. Dieses Komitee wurde von Brandeis gegründet, welcher bereits im Dezember 1914 den Anspruch des jüdischen Volkes auf Palästina erhoben hat. Dr. Lewin, der als Vertreter des Zentralkomitees nach Europa gekommen war, wurde als solcher nicht akkreditiert. Er hat in Wort und Schrift in deutschfreundlichem Sinne gewirkt, bis Amerika selbst in den Krieg eingetreten ist. Sehr bedauerlich war sein Kampf gegen Max Nordau. Nun ruht er unweit von dem grossen Meister. Dr. Josef Schönfeld, der langjährige Redakteur des „Zsido Szemle”, ist 52 Jahre alt, an den Folgen einer Operation in Budapest gestorben. Alle jüdischen Blätter bringen ehrende Nachrufe. Er wurde auf dem Ehrenplätze des Friedhofes unter grosser Teilnahme aller Kreise beigesetzt. Franz Lazar. In Budapest ist der Direktor der Zementwerke Franz Lazar im 65. Jahre seines Lebens plötzlich gestorben. Der Dahingeschiedene war ehemals Teilhaber der Firma Mittelmann u. Lazar in Pressburg und steht uns als Förderer des Ahawat Zion-Vereines in seiner Blütezeit in bester Erinnerung. flHHI Dr, Moritz Leitersdorfer. Im Alter von £3 Jahren ist der angesehene Rechtsanwalt Dr. Moritz Leitersdorfer an Herzschlag verschieden. Der Verstorbene war Präses des Schulstuhles der Pres.sburger orth. Gemeinde und deren Rechtsanwalt gewesen, hrt sich aber spater gänzlich von jeder öffentlichen Tätigkeit zurückgezogen. Er war ein Sp ross der berühmten Familie Leidesdorf.. die schon zum Beginne des 18 Jahrhunderts m Wien, Kopenhagen und Pressburg eine führende Rolle gespielt hat und deren Mitglieder im Gememcteleben, in der Hochfinanz, Kirnst und Literatur eine bemerkte Rolle gespielt haben. Mi seinem Griabe sprachen die Kollegen Dr. Scdamon Router und Ter. Geza Fischer. Meir Kunstadt, der bekannte Zeichner, ist in Wien gestorben. Er war ein Sohn des Radautzer Rabbi, zu dessen Werk ,,Luah eres hadasch55 er das Vorwort geschrieben hat, das ihn gleich bedeutend als Hebräer, wie als Künstler zeigt. Er entstammte der bekannten Pressburger Familie und war Schüler der Jeschiba. Bibliographie Munkäcsi Ernö, Avicenna Kanonjanak Miniatürjei. Hebräische Heilkunde Avicennas mit Miniatüren (14. Jahrhundert), herausgegeben vom Jüdischen Landesmuseum in Budapest. Der Oberanwalt der Budapester Kultusgemeinde Dr. Ernst Munkacsi kehrt von seinen 34

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