Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 31 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Unsere Mitarbeiter Feiix Bing wurde am 7. Oktober 1910 in Hamburg als Sohn einer alten Iva uimannsfamilie geboren. Er besuchte die Talmud - Tora - Realschule bis 19:6. Nach Ablegung des Endexamens iiess sich Bing als Hörer bvi der Hamburger Jeschiwah einschroiben. Gleichzeitig studierte er praktische Handelswissenschaften und Musik. 1927 vcröEentlichte er zuerst Musikkritikern Feuilletons sowie Interviews mit Komponisten, Dirigenten, Schriftstellern, Politikern usw., und wurde bald Mitarbeiter verschiedener, meist jü doch er Zv-tungen. Neben seinem Kauhoanmecriil' spezialisierte er sich als SchrZtweiler und Musikkritiker. Eehx Bing lebt heute in Amsterdam als Kaut mann am 1 dst Korrespondent jüdischer deutscher Zeitungen. Notizen An den Leser! Mit dem 1. August schliesst das erste Jahr der , Judaica” ab. Die Edition der im Prospekte avisierten sechs Ausgaben hatte viel grössere Hindernisse zu überwinden, als wir voraussetzen durften. Es ist uns noch nicht gelungen, die mit reichlichen aber brachliegenden Mitteln ausgestatteten zuständigen jüdischen Kulturorganisationen für eine gemeinsame Arbeit zu gewinnen; wir stossen vielmehr auf geheime "Widerstände, die unsere ohnedies harte Pionierarbeit sehr erschweren. Die Politisierung des Judentumes in der Slowakei hat sich auf allen, aber besonders auf kulturellem Gebiete verderbenbringend ausgewirkt Aus politischen Motiven haben sich Leute aller kulturellen Produktionsmittel bemächtigt, ohne die erforderlichen Fähigkeiten zu besitzen. Ein sehr unrühmliches Denkmal dieses abnormalen Zustandes bilden die geistigen Produkte dieses Kreises, die unglaublich fehlerhafte Stylisierung der Statuten des Kulturvcreincs, die Jahresausweise von Vereinen, die drollige Wahlliteratur, der schauderhafte, in sechs Sprachen sündigende Text des KKL Loses, die Vorträge über hebräische Literatur usw. Die Stellen des jüdischen Bücherrates, des Kulturreferates im B. B., des Sekretariats des Kulturvereines, der hiesigen Expositur des Prager ,,Vereines für Geschichte der Juden in der C. S. R.” sind mit Protektionskindern besetzt, die keine blasse Ahnung von ihrer Aufgab'.' haben, die grossen Kräfte dieser Organisation nutzlos vergeuden und ieder ixoseren Aktien a'P diesem Gebiete den V eg verlegen. So bescheiden die Leistungen der . Jud uca'5 sein mögen, so hat sie in dem einen Jahre der mdiwhm V menschatt und der Ehre unserer xt.1 ui 1.11 ei un - sc res Vaterlandes grössere Dicmic gelöster, als die grossen jüdischen Kulturv:i ganieanonen. Nebst den sechs Ausgaben naben wir ein ebenso wertvolles als reichlKK s. bishu unbekanntes i:oev:hung>matenal sammeln können, zu dessen 'Verwertung uns keine Mittel geboten v. erden. Zu den 'wenigen angenehmen Überraschungen der „judaica” gehört die liebem--,würdige Haltung der grossen Tagespresse in der Tschechoslowakei oh na Unterschied der Nationalität und der Verkehr mit Deutschland. Vir schließen nicht mit dem sattsam bekannten Appell, den eier Leser so oft gehört und so selten beherzigt hat. Gruw an den Kreis Lö'aergeartet .a Freunde der ,,Judaica” deaskin beoraca bcatra haden, ubehol atar weatar: Dr. Imre Reiner — 50 Jahre alt. Man muss diese Jahre wägen und nicht zahlen. Sie enthalten eine wertvolle Tätigkeit im Dienste des Altjudentums. Dr. Reiner stammt aus der besten Schule der Pressburger Jeschiba, da Thora und Derech erez ein schönes Monogramm gebildet haben. Er trat 1908 als Beamter in die ungariändische orthodoxe Zentralkanzlci ein. Er gründete die glänzend redigierte aber kurzlebige Zeitschrift „Hitdr” und ist Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften. Sein Drama „Dinah” ist in Buchform erschienen. Er ist gegenwärtig Rechtskonsulent der orth. Landeskanzlei Ungarns und leistet über den Rahmen seiner Amtstätigkeit hinaus der guten Sache als Mensch und Jude wertvolle, wenn auch nicht laute Dienste. Der 75. Geburtstag Herzls wurde in Budapest im Goldmarksaale, der sich auf der Stelle des Geburtshauses Herzls befindet, in grossem Stile begangen. Es waren Delegierte von allen Teilen des Landes und auch aus der Tschechoslowakei, Rumänien, Österreich uswo anwesend Der Präsident der zionistischen Eandesorganisation, Dr. Julius Miklos, eröffnere mit eindrucks- 31