Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 28 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2708078-2708082-2708085--202-2708321- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
i\\S' fi^^t ctZ<L '(<J u* J|2-A-^iL^<cX2xv^ &**/ n 19? Herz! an Frl. Renee Bettelheim*Pres?bur^ 6co Kronen votiert. Im November desselben Jahres demissionierte die Pressburger Leitung und übernahm die Führung erst wieder im darauffolgenden Marz, auf dringliche Aufforderung der Weltzentrale. In dieser Zwischenzeit hat Dr. Schächter Geld hergegeben. „Makkabäa” hat damals eine Adresse an das Pressburger Präsidium gerichtet, in welcher dringend um Rücknahme der Demission gebeten wird, es wäre nach Herzls Tod ein doppelt schweres Missgeschick für den ungarischen Zionismus. Dieses Schreiben ist unterschrieben von — Ludwig Batö und Aron Schönfeld. Das ungarisch-zionistische Parteiorgan lag zwei Jahre lang wie ein Säugling an der Brust der Pressburger Landeszentrale. Im August 1905 bittet Mozes Bissejiches die Pressburger Zentrale um weitere 1200 Kronen Subvention. Das zionistische Parteiorgan in Budapest hat die zionistische Tätigkeit Herzls in Ungarn nicht weniger verschwiegen, als „Egvenlöseg”. Sollte man es glauben, dass „Zsido Szemle” niemals verraten wollte, dass Herzl die erste Sitzung des provisor. ungarischzionistischen Landeskomitees persönlich geleitet hat und in seiner Rede die Richtlinien für den ungarischen Zionismus gegeben hat? Diese absonderliche Haltung war eine schwere Schädigung für die Herzl- Forschung. Als Herzl starb, gab es in Budapest noch eine Menge von Familien, die mit den Herzls verkehrt haben; man hätte reichliche Daten über die Familie, Freunde und Mitschüler Herzls sammeln können. Zionisten und Antizionisten in Budapest haben Herzl um die Wette totgeschwiegen! Coriolanus Jabotinsky. Die eigene Schöpfung Herzls ist nicht das Kolonisationswerk in Palästina, sondern der Ziornstenkcngress, das jüdische Parlament. Damit hat er den archimedischen Punkt geschaffen, um das Galuth aus den Angeln heben zu können: den exterritorialen Boden, auf welchem allein das jüdische Volk souverän seine eigene Verfassung beschlossen lind sich seine eigene Volksführer erküren konnte, ohne die Sanktion einer anderen Regierung. Hier ist das jüdische Volk freier und souveräner als in Erez Israel. Das kostbarste Vermächtnis Herzls ist nicht Emek, das unter anderer Herrschaft steht, sondern der Kongress, „des Juden tragbares Vaterland”, wie es Heine von der Bibel sagt, das Stiftzelt, das alle Lager Israels vereinigen sollte. Der Kongress war das Modell, in welchem die chaotische jüdische Volksmasse zur Freiheitsstatue umgegossen wurde. Den Kongress spalten wollte bisher Niemand. Unzufriedene haben in aller 28