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Judaica · 1935-06-01 · 9-10 (Juni 1935) · p. Seite 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
9-10 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
Seite 27 (sequence 31)
Language
German
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dächtnisse ßatos nachzuhelfen. Schon einige Jahre früher hat Herzl einen von Dr. Jänos Ronai erbetenen xAufruf an die zionistischen Ortsgruppen in Ungarn zur Schaffung eines Pressfondes von 2000 Kronen erlassen. Ich hatte Herzl sein* davon abgeraten, seinen Namen einem Fiasko auszusetzen. Der Aufruf, auf der Schreibmaschine vervielfältigt, wurde versendet mit dem vorausgesagten Misserfolge, Mir schien übrigens die kostspielige und zeitraubende Gründung eines eigenen Organes überflüssig. Im Jahre 1900 gab es in Budapest drei zionistische Organe, die in deutscher und ungarischer Sprache erscheinende „Ungarische Wochenschrift”, der „Ungarische Israelit” und ein gut zionistisch gesinntes Journal das „Jüdische Tagblatt”, das gar das offizielle Organ der ungarischen Orthodoxie gewesen ist und zum Londoner Zionistenkongress einen eigenen Berichterstatter gesendet hat. Die „Ungarische Wochenschrift” leistete sehr gute Dienste. Vambery, Vazsonyi, Visontai, Nordau. Rabbiner Dr. Partos, Dr. Ronai, Max Paschkus-Klausenburg und andere schrieben darin zionistische Aufsätze. Als Amtsblatt für die im August 790J in Pressburg errichtete Landeszentrale genügte es vollständig und beanspruchte überhaupt keine Gegenleistung. Die .,Ung. Woch.” machte die Organisierung des Landesverbandes möglich. An der am 22. März 1903 in Pressburg stattgehabten I. zionistischen Landeskonferenz wurde das Blatt zum offiziellen Organ der Bewegung erwählt — ohne jede Subvention. Im Herbst darauf hat Dr. Samuel Krausz, ein Schüler der Pressburger Jeschiba, den Verband der zionistischen Universitätshörer gegründet. Er war nicht nur ein tüchtiger Hebräer, sondern beherrschte nebst der ungarischen und deutschen Sprache die französische und englische. Welch tüchtiger Zeitungsmann er war, beweist der Umstand, dass er bald darauf Redakteur eines Berliner Tagblattes war. Da die „Ung. Woch.” in der Ugandafrage einen ungebührlichen Ton gegen Herzl angeschlagen hat, und die „Makkabäa” versichert hat, dass sie in der Lage wäre, ein eigenes Blatt herauszugeben. schritten ■wir an die Gründung eines ungarischdeutschen Organes, das Dr. Krausz in beiden Sprachen redigiert hätte. Er verschwand aber bald in der Versenkung der Intriguen. Die „Makkabäa” gründete nun ein Presskomitee, das hauptsächlich aus Bokor, Dömeny u n u Bisehches bestanden hat. Das Komitee richtete an die Pressburger ziom.-.rische Landcszentrale das Ersuchen, Herzl um eine Subvention des zu gründenden 'Blattes zu ersuchen. Wir unternahmen die Aufgabe höchst ungern. Bis dahin halten vor auf den Altar des Zionismus nur Opfer gelegt, aber nichts heruntergenommen. Die Antwort HereL ist eben ersichtlich. Wir beschlossen nun, die Pressfrage der am 13. März 1904 in Pressburg . tattiindenden II. Landeskonferenz zu überlassen. An dieser Konferenz hielt Bokor An sehr optimistisches Referat. Der ,,F.gven!oseg” /sandte einen Vertreter, der über die Möglichkeit eines Zusammenarbeiten^ mit dem Zuanismus verhandelt hat. Die Konferenz beschloss — leider sehr verfrüht — die Gründung des Parteiorganes, welches am 29. .April die erste Nummer herausgegeben hat, nachdem das Lande-Präsidium m Press bürg aus eigener Tasche die Kotten der ernten Nummern bezahlt hat. Nachdem einige Nummern erschienen waren, hat Herzl eine Subvention von ico Kronen per .Monat, zunächst für; Monate votiert. Batö bemerkt sehr kurz, dass auch Herzl für „Zsidö Neplap” geschrieben hat. Wäre es nicht interessant genug mehr darüber zu erfahren? Es war der letzte zionistische Artikel, den Herzl geschrieben hat. Herzl hat ihn Dm Schalit in die Maschine diktiert und bedungen, dass dieser Artikel erst im Juni erscheinen dürfe. Der Artikel war wichtig genug. Er besprach die historische Sitzung des grossen A.-C. im Frühjahr 1904, W'o der Friede zwischen Herzl mit dem revoltierenden Ussiscnkin, der mit Spaltung der Organisation gedroht hat, hergestellt wurde. Bei dieser Konferenz war Ungarn durch den strengorthodoxen Oberrabbiner von Papa M. A. Roth s. A. vertreten. Sein Bericht über diese Konferenz an die Pressburger Landeszentrale liegt uns vor. Unter anderem berichtete er über sein Gespräch mit Herzl. Er habe die Zuversicht gewonnen, dass die O rt h o d o x e n ihm vertrau e n dürfen. Während des Misrachi-Weiikongres ses in Pressburg (An welchen Herr iBato sich sehr schlecht erinnert), hat Dr. Leopold Kahn, Mitglied der Wiener Zentralleitung auf den Vorschlag der Pressburger Landeszentrale weitere 27

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