Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 22 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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rat Siegmund Fornheim nimmt die traditionelle Wohltätigkeit moderne Formen an, sie weitet sich zu volkswirtschaftlichen Gründungen und zu einem großartigen Mäcenatentum aus, das vielleicht nur im Angedenken an jene mystische Zeremonie wurzelt, da man dem Großvater ein vergilbtes Büchlein ms Grab legte. Der rätselhafte Partezettel über den Tod des Chatam Sofers Im Gemeindearcl.D zuFreßbürg waren einige Exemplare einer Traueranzeige über das Hi ischeiden des Chatam Sofer zu zu finden, die man irrtümlich für die offizielle Anzeige der Gemeinde gehalten hat. Selbst der fromme Rabbi Salamon Schr;i er druckt diese Parte in seinem Werke als Kundgebung der Gemeinde ab, obwohl der jeder Tradition widersprechende Stvi und das christliche Datum verraten, daß diese Anzeige gar nicht für jüdische Kreise bestimmt war. Von diesem Parcezettel ist ein Faksimile in natürlicher Größe als Beilage zum soeben erschienenen Neudrucke der Kanzelred.e des Ketab Sofer im Jahre 1848 erschienen, mit der hin^ zugefügten Bemerkung, daß diese Anzeige keinen offiziellen Charakter gehabt hat und mehr an die Adresse der Behörden im Interesse der Nachfolgerschaft des Sohnes gerichtet war. Seither ist der wahre Sachverhalt eruiert worden. Diese Parte ist überhaupt nur als Beilage zur amtlichen „Preßburger Zeitung“ vom 5. Oktober 1839 erschienen. Die nächste Nummer der ,,Preßburger Zeitung1' vom 8. Oktober enthält eine zweite Beilage, in welcher das Leichenbegängnis geschildert wird. Von dieser zweiten Beilage hat die Buchhandlung M. E. Löwv in Pesth eine Ausgabe mit hebräischen Typen veranstaltet, die in der Universitätsbuchdruckerei hergestellt wurde. Ein Exemplar davon bewahrt das Jüdische Landesmuseum in Budapest, nach welchem obiges Faksimile hergestellt ist. Auch dieser Aufruf fällt durch den von der Tradition abweichenden Styl ab, was erst erklärlich wird, Wehn man erfährt, daß es sich hier um ein£ Beilage für eine amtliche Tageszeitung handelt. Weihevoller klingen schon die hebräischen Elegien, welche Letteris, M E. Stern, Goldstein, Gabriel Südfeld und Rabbi Lipmann Stein u. A. dem dahingegangenen Meister widmeten. 22