Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 21 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Abraham Kohn (1825 — 1903) Joachim Fornheim (1841 — 1910) Die Ahnen Wenn auch der Familienstolz im jüdischen Leben oft zu Übertreibungen und zu Hemmungen der Entwicklung von minder wohlgeborenen Talenten geführt hat, ist es sicherlich noch mehr verfehlt, ins andere Extrem zu verfallen. Männer von stolzen Familientraditionen haben sich im Judentume stets als die zuverlässigsten und selbstlosesten Führer erwiesen. Herzl, Nordau, Brandeis, Oppenheimer, Warburg sind edle Beispiele davon. Eine einzige rühmHche Familienlegende wirkt oft nachhaltiger als die beste jüdische Erziehung. So die Legende von dem frommen und menschenfreundlichen Abraham Kohn. PatriarchaEsch wie sein Name, seine Erscheinung, war sein Leben. In Kirchberg in Österreich geboren, überwindet sein biederer Charakter alle Vorurteile*. Er darf dort Haus und Hol erwerben. Seit seinem 13. Lebensjahre führte er ein Maassar-Buch (Zehent-Buch) wo er den zehnten Teil seines Einkommens für die Armen verrechnet. So hielt er es bis zu seinem im 78. Jahre seines Lebens erfolgten Tode in Preßburg im August 1903. Seinem Wunsche gemäß mußte ihm das Maassar-Buch ins Grab gelegt werden. Diese symbolische Handlung hinterließ den \tiefsten Eindruck auf seine Nachfahren. Sein Schwiegersohn Joachim Fornheim, der Gründer des berühmten Teppichhauses J. Fornheim Sohn (geb. Komorn 1841 gest. 6 Juli 1910 in Preßburg) wich nicht von dem vorgezeichneten Wege des Wohltuns. Beim Enkel, dem Kommerzien- 21