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Judaica · 1935-06-01 · 9-10 (Juni 1935) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
9-10 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
Seite 20 (sequence 24)
Language
German
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Einer Hochschätzbarsten Gemeinde ganz gehorsame Diener,, Freunde, und Brüder die gesammte Juden Gemeinde von Thur roczer Comitat Szent Märtton in Thuroczer Comitat den 23-ten Juli 1835 Moyses Son'eschein Rabiner alda u. - im Löbl. Th. Comitat. David Adler vor Gesetzter dessen Gemeinde ■'Herman Haas zweiter Judenrichter (Ovaler Siegel, mit Davidstern in der Mitte) Turicer Juden Gemeinde Sigil Kehal Adat Jeschurun dkk. Marton. Rabbi Moses Sonnenschein gehörte zu dem „Asteroidengürtel hebräisch-literarischer Sterne“, der sich von Preßburg bis Ungvar gezogen hat, von welchen wir bereits M. L. Stern und Rabbi S. Deutschländer nannten. Er hat im Jahre 1844 in Preßburg das wertvolle Werk „Zohar lebinjan“ drucken lassen. Wenn der hier unterfertigte Herman Haas identisch sein sollte mit demjenigen, dem das Epitaph Gräbers gilt, müßte er schon mit 24 Jahren II. Judenrichter von T. S. Martin gewesen sein. Memoiren und Tagebücher Die jüdische Literatur ist besonders arm an Memoirenwerken. Wir zehren immer an den „Memoiren von Glückei von Hameln“ und sind froh in Sigmund Mayers „Die Wiener Juden“ — so sehr es dort von Fehlern wimmelt — ein Quellenbuch für die Geschichte des Judentums in Preßburg und in Wien zu besitzen. Es ist erstaunlich, warum die großen hebräischen Autoren nicht gleich dem Chatam Sofer in seinem „Memoirenbuch“ (Sefer hasiköron) ihre Erlebnisse niedergeschrieben haben. Sicherlich haben viele ihr Tagebuch geführt, das von Kindern oder Kindeskindern pietätslos verworfen wurde. Desto erfreulicher ist es, wenn wir hie und da noch auf ein Tagebuch aus alten Zeiten stoßen. So bewahrt Direktor Paul Lunzer i|n Budapest das Tagebuch seines Großvaters des Preßburger Kaufmannes und Gemeindevorstehers Max Kestlers (:i 812—1889) das wohl nur als Vermächtnis für die Familie und nicht für den Druck bestimmt war, aber mit Hinsicht auf die kulturhistorisch nicht unwichtige Darstellung des Lebens eines jüdischen Kleinhändlers in der Umgebung Preßburgs, sowie des geschäftlichen und politischen Lebens der Preßburger Juden veröffentlicht werden sollte, was auch voraussichtlich entweder in der Zeitschrift „Judaica“ oder als Ausgabe der Judaica-Bücherei geschehen wird. Nicht uninteressant ist auch das im Besitze der Frau Apotheker Hacker-Trnava befindliche „Tagebuch des Herrn Josef Milhofer-Bereny (1869—1918)“ ihres Ahnen, der ein Urenkel Koppel Thebens war. Wir wären. Jedermann verbunden, der uns auf ähnliche Tagebücher aufmerksam machen würde. 20

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