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Judaica · 1935-06-01 · 9-10 (Juni 1935) · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
9-10 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
Seite 13 (sequence 17)
Language
German
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Aus der Ehrengallerie des „Beth-El“ Mor. Mezei neol. Kanzleipräses K- E. Denhof Oberkantor Bp.*) 'Miß: Heinrich Isak und Salamon Rosst Von Felix Bing, Amsterdam. In dieser Zeit der schnellebigen Menschen ist man auch mit seinem Urteil sehr schnell fertig. Die Eindrücke, die wir in uns aufnehmen, werden durch immer neue Ereignisse .erwischt und bevor wir zur Erkenntnis und zum Verstehen einer neuen Tatsache kommen, hat uns längst eine andere gepackt und die noch soeben aktuelle Errungenschaft außer Diskussion gestellt. Leider ist auch die Kunst, besonders jedoch die Musik, ein Opfer dieser oberflächlich betrachtenden Zeit geworden. Schlecht haben es die modernen Musiker, schlechter die alten vorbachschen Klassiker. Musik moderner Komponisten wird vergessen, selbst wenn sie noch so gut ist, noch so tief auf den Hörer wirkt. Ich will nicht von der Verstandes- oder Lehr musik der heutigen Generation sprechen. Sie wird meist von der Musikkritik garnicht ernst genommen, man kommt immer wieder mit der Tatsache, diese Musik wäre nicht reif genug oder ohne Inspiration. Dann empfiehlt man die klassische Musik zum Vorbild, ausgehend von Gluck, Bach, Beethoven oder Mozart. Man vergißt aber, daß auch diese Musiker ihre Vorbilder gehabt haben. Auf den von diesen ,,vorklassischen Komponisten^ nachgelassenen Grundlagen haben sie aufgebaut und sind genau wie die heutigen modernen Musiker von der damals geltenden Lehre abgewichen und wurden als radikal bezeichnet, meist nicht ernst genommen. Wir müssen daraus lernen, daß die Entwicklung der Musik eine stete Aufwärtsentwicklung zur Freiheit des Stiles und Vervielflätigung der musikalischen Gedam *) Der Musikkenner Graf Leo Festetich war ein Verehrer der Sangeskunst Denhofs und komponierte ihm zu Ehren eine „Keduscha" für die Synagoge. 13

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