Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 12 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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vorgenommen werden sollen, und daß es sich fügen könne, daß die Reihe jene Abtheilung, der besagten Verhandlungen während dieses Landtages nicht träfe, welche auf unser Schicksal Bezug hat, für diesen Fall bitten wir dei Landes Stände in der tiefsten Demuth und flehen Ew. k. k. Hoheit die Hochgebarner. Magnaten und die Löblichen Stände fußfällig, um un-ern Zustand genädigst zu beherzigen, den unser Elend verträgt sich mit keinem langem Aufschub. Die Jsraeliten in Ungarn sind im ganzen äußerst verarmt mehr vielleicht, als die übrigen Einwohner desselben Standes und die Feststellung ihrer bürgerlichen Verhältniße ließe sich mit jedem der zur Berathung bringenden Gegenstände vereinigen. Geruhen Sie, uns demnach unter Ihrem Genädigen Schutz zu nehmen, unsere müßliche Lage zu erwägen, unsere Lasten zu erleichtern, die Rechte der Menschheit über uns auszudehnen, und uns, wenn auch nur stuffenweise, zu nützlichen Bürgern umzcscliaffen. Als folge der Wohltat, wird sich Gottes Seegen und durch Fürsorge des Landes Blüthe, mittelst der für uns zu tretenden weisen Verfügungen, entwiklen die Stimmen unserer Danksagung aber wird zu dem H des Himmels dringen, deßen unerschäpfliehe Güte, alle Völker in seinem SchooSe aufnimmt. Wir schränken unseren Bittgesuch auf keine besondere und gewiße Punkte ein, sondern setzen unser Vertrauen blos in die Weisheit und Gnade der hohen Landes Stände. Nur als dann werden wir unsere Beschwerden und unsere Wünsche ins besondere vortragen, wenn die hohen Landes Stände dern Angabe zur Abhilfe anbefehlen werden. Bis dahin nehmen wir als Bekenner der ältesten heiligen Religion, zu den hohen ungarischen Landesstände, mit der größten Zuversicht und Unterthänigkeit schon darum unsere Zuflucht, weil wir die Hochherzigkeit und die tiefen Einsichten Euerer K. K. Hoheit und der ungarischen Nation kennen. Wir verharren in der tiefsten Unterthänigkeit und Demuth Ew. K. K. Floheit etc. etc. Wir Endesgefertigte Deputierten unseres Glaubengenoßenen unten bezeichneten Comitates erklehren hiermit, daß Vortehende Bittschrift ohne mindeste Abenderung im Sinne u. Wort soll gedrukt und seiner Zeit am Landtag eingereicht werden. Preßburg a. 15-t Jäner 826. Unterschrift des Abraham H. Lembergers, Präsident der Pressbnrger Gemeinde, auf dem Memorandum der ungarischen Judenheit an den Pressburger Reichstag 1826 (Bild und Biographie siehe Nr. 1—2 Seite A 12