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Judaica · 1935-06-01 · 9-10 (Juni 1935) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
9-10 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
Seite 3 (sequence 7)
Language
German
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Aus der Ehrengallerie des „Beth-El“ Dr. Manes Oesterreicher Rabbi Mose Kunitz der erste in Ungarn promovierte jüdische Arzt*) ÜI ✓ liten, ein in Heften erschienenes biographisches Werk, das eine unschätzbare Fundgrube für die jüdischen Historiker geworden ist. Hs enthält eine Reihe von Lebensbeschreibungein von jüdischen Größen Ungarns und hat viele Persönlichkeiten und Ereignisse vor der völligen Vergessenheit gerettet. Sich selbst hat Ignatz Reich mit „Beth-El“, das erst in der Jetztzeit steigende Bedeutung gewinnt, das Denkmal eines Mannes von hoher Bildung lauterem Charakter, brillantem Genie, flammendem Idealismus und der vorbildlichen Harmonie von Liebe zum Vaterlande und zum Judentume gesetzt. Mit Hochachtung erfüllt uns die unbestechliche Liebe zur Wahrheit und zur Wissenschaft, welche die Feder des Verfassers des „Beth-El“ führt. Er, der Angestellte der Gemeinde, beugt kein Knie vor den reichen Gemeindegewaltigen. Er opfert aber Bogen auf Bogen zur Verherrlichung der armen, machtlosen Ritter des Geistes und der Feder. Er ist der ideale Hista-; riker, der in die Vergangenheit zurückblickende Prophet. Noch achtungsgebietender aber ist er als der gerechte unbestechliche Richter, der sein Urteil über die Männer der Gegenwart, erhaben über persönlichen Vorteil oder Ehrgeiz, niederschreibt. Diesem edlen Grundsätze entsprach aber auch der schwache finanzielle Erfolg seines unsterblichen Werkes. Er zeigt seinem Freunde, Dr. Ignatz 'Wilhelm Back einst die vielen Exemplare von „Beth-El“, die ihm zurückgeblieben sind und der ewig Witzelnde fügt lächelnd hinzu: „Sie sehen meine Werke haben eine bleibende Bedeutung!“ In den Jahren 1872 und 1873 gibt er das Jahrbuch „Beth- Lehem“ heraus. Es dient der Arbeit und der produktiven Beschäftigung, es soll die Geringschätzung des „Baal-melöcho“, ®) Es wird sicherlich interessieren, dass die Broschüre Dr. Oesterreichers über seine Heilmittel schon damals auch in slovakischer Sprache erschienen ist. 8

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