Mannheim
Compact Memory

Judaica · 1935-04-01 · 7-8 (April 1935) · p. Seite 30

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
7-8 (April 1935)
Date
1935-04-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2708078-2708082-2708084--161-2708279
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Aber w’enn der Unterrichtsminister und Gelehrte von seinen lieben Freunden Präsident Samuel Stern und Direktor Adolf Wertheimer“ spricht, liegt darin eine aufrichtigere Herzlichkeit, als oft in ähnlichen Kundgebungen, die fürs Radio berechnet sind. Die so selbstverständlich dünkende Einberufung eines Landeskongresses war seit 1869 nicht möglich, weil die Orthodoxie, die damals zahlreicher als die Neologie war, weh der daran tfeilgenommen hat, noch den Präsidenten der israelitischen Lana:eskanzlei als Oberhaupt des ungarischen Judentumes anerkannt hat. Dadurch war es aber auch unmöglich den obligaten Vertreter der jüdischen Religion ins Oberhaus zu senden. Mehr als 60 Jahre lang gab es keinen Vertreter im Oberhaus. Graf Stephan Bethlen fällte da endlich vor einigen Jahren das salamonisch'e Urteil und zerteilte das strittige Mandat in zwei Teile. Die Orthodoxie, die nun ihre Unabhängigkeit gesichert sah, konnte ihre splendid isolation verlassen. Obzwar sie auch an diesem Kongreß nicht teilgenommen hat, konnte sie demsel ben mit wohlwollender Neutralität entgegensehen. Bemerkenswert ist die vollständige Ausschließung zionistischer Vertreter bei diesem Kongresse, obwohl die israelitische Landeskanzlei sonst einen freundlichen Kontakt mit den Zionisten aufrecht erhält. Bei dem sogenannten Unifikationskongreß vom Jahre. 1912, der ja auch von den Leitern der Neologie 'einberufen wurde, hatten die Zionisten ihre würdige Vertretung, der zionistische Verband ,,Makkabäa“ gab den Kongreßgästen gar einen Kommers, an welchem Führer der Neologie in Begeisterten Reden den Zionismus gefeiert haben. Wer hat diesen Rückgang verursacht? Der Zionismus ist seither in der Achtung des Buaapester Judentumes ja gestiegen? Der Zionismus, aber nicht die Zionisten! Die gute Sache hat hier einen unverdienten Mißerfolg — der Führer wegen erlitten. Max Brod: Heinrich Heine Allere de Lange Amsterdam. Die Bratislavaer „Die neue Zeit’5 richtet einen scharfen Angriff gegen dieses Buch, das in auffallender Wehe alles vertuscht, was auf die Pressburger Abstammung Heinrich Heines Bezug hat. Der Ur-Urgrossvater Heinrich Heines, der kaiserliche Hoffaktor Simon Michel, der grösste Pressburger Judenrichter, war die stolzeste Erinnerung der Familie Heines und .Niemand ist so stolz auf sein Judentum, wie Derjenige, der Ursache hat, auf seine Familie stolz zu sein.55 Der Judenstolz des Konvertiten Heine ist psychologisch m seiner hohen Abstammung begründet. Zu allen von „D. n. Z.*5 angeführten Daten fügen wir noch hinzu, dass Brod, der Kaufmanns „Aus Heinrich Heines Ahnensaal55 benützt es verschweigt, dass der von ihm ausführlich behandelte Simen van Geldern „sich am wohlsten in Presburg fühlte55, wo er im Januar 1755 eine Sammlung für seine Besetzung in Palästina veranstaltet, in derselben Stadt, wo Max Brod .170 Jahre später mit so grossen^ Erfolge ein Sammlung zur Besetzung Anderer in Palästina gemacht hat. „D. n. Z.55 sagt mit Recht, dass Brod sehr oberflächliche Quellenstudien betrieben hat und nur längst bekannte gedruckte Quellen benützt, statt sie durch eigene Forschung zu vermehren. („Die neue Zeit55 Nr. 2. 1935.) 30

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.