Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 7-8 (April 1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 31 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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k - . Landtagsabgeordneter Albert Gestetner, Das grosse Ereignis der Wahlen wirk schon seine Scharten voraus, nur die jüdische Partei ist diesmals der Peter Schlehmil, der keinen Schatten vorauszuwerfen hat. Wo keine Lichtseiten sind, gibt es auch keinen Schatten. Die jüdische Partei bedeutete unter ihren beiden Vertretern Generaldirektor Lancltagsabgeordneter Albert Gestetner und Rechtsanwalt Reichtagsabgeordneter Dr. Julius Reiss keineswegs den jüdischen nationalen Separatismus. Beide Abgeordnete haben die gemässigte Haltung der Vertreter des Gesamtjudentums dcwahrt und sich daher der Wohlwollendi:n Neutralität der Orthodoxie erfreut. Besonders der Landtagsabgeordnete Albert Gestetner, der als Sohn des langjährigen Präsidenten der orthodoxen Gemeinde, Lazar Gestetner, vom echten Pressburger Geiste und noch von jenem schönen alten Zusammengehörigkeitsgefühl, von Reich und Arm beseelt ist, hat die jüdische Partei mehr als Vertretung der jüdischen Religionsgemeinschaft denn eine besondere Nationalität betrachtet. Als Landtagsabge ordneter hat er als Finanzfachmann sich in den wirtschaftlichen Kommissionen als unentbehrlicher Berater er- 'wiesen und damit seinem Mandate eine wichtigere Bedeutung verschafft, die ihm einen für die vertretene Sache günstigen Einfluss ermöglichte. Seine Verdienste um das anvertraute Amt hat er niemals an die grosse Glocke gehängt. Albert Gestetner, gegenwärtig Generaldirektor der Fskomptebank, ist am 6. Jänner t$69 in Pressburg als Sohn des Grosskauf mannes und Gemeindeführers Lazar Gestetner s. A. geboren und hat eine streng religiöse Erziehung ei halten. Er hat das Geschäft semes Hauses zur hohen Blüte gebracht. l£r ist Präsident des Knabenwaisenhauses, geschäftsführender Vizepräsident des Altersheimes, Mitglied und Förderer vieler Wohltätigkeitsvereine. Er hat eine auf den Namen seines Vaters lau lende Synagoge gestiftet und ausgestattet, als sichtnares Zeichen seiner religiösen Auffassung des Judentums. Der Weltkongress Seit einem Jahrzehnte wird in der jüdischen Presse, oft auch in der Tagespresse die Nachricht von einem geplanten oder schon bevorstehenden jüdischen Kongresse lanziert. Die Seele dieser Bewegung ist der berühmte anietikanische Reformrabbiner und Polin ker Dr. Stephen S. W i s e, der allerdings wie Wenige befähigt wäre, durch seine Wortgewalt, sein Orgarüsat iontalent, seine Popularität und vor Allem durch seine grosse Arbeitskraft, eine solche Bewegung zum Ziele zu führen. Die Führer dieser Bewegung begehen aber ein vielfaches Unrecht. Sie verschweigen es, dass die Leitung eigentlich in den Händen von Vertretern des jüdisch-nationalen Minoritätsrechtes liege. Es sind dieselben Männer, die i9">7 bereits den Weltkongress der jüdisch-nationalen Minoritäten einberiefen. Nahum Goldmann ist. ia der Vorsitzende der Delegation der jikhschen Minoritäten in Paris. Sie begehen ferner ein schweres Unrecht, wenn sie in ihren CommuniquV den ,American Jewish Congress”, dessen Präsident Dr. Wise ist und welcher die Initiative zu dem Weltkongress ergriffen hat, als die Vertretung des ame nkanischen Judentums darstellen und den falschen Eindruck erwecken, als ob das gesamte amerikanische Judentum hinter ihnen stünde. Wahr aber ist das Gegenteil’ Das besonders lür die Diplomatie massgebende amerikanische Judentum verurteilt den Plan des jüdischen Weltkongresses aufs Schärfste Alles was Rang, Namen und Vermögen in Amerika besitzt, ist im „American Jewish Committee” organisiert, das zum ., American Jewish Gongress” im 31