Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 7-8 (April 1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 29 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Gegenwart Masarykfeier Gemäß der Weisung des Talmuds, daß die höchste Ehrung eines Menschen in der Erfüllung seines Willens bestehe, haben wir den historischen Tag der 7. März 1935 zum Datum der Gründung eines populärwissenschaftlichen Institutes bestimmt, des ,,MaimonideS“Institutes", das ein bleibendes Denkmal des 85. Geburtstages des I. Präsidenten der Republik bilden soll. Obwohl diese. Institution sich erst im Stadium der Vorbereitung befindet, haben wir um den unvergeßlichen Festtag vom 7. März 1935 würdig zu begehen die erste gründende Sitzung an diesem Tage abgehalten und das Gründungsprotokoll mit dem historischen Datum versehen. Wir glauben und hoffen, daß mit dem „Maimonides-JnstituV, dessen Programm in seinem Titel prägnant ausgesprochen ist, der 7. März 1935 dadurch auch ein denkwürdiges Datum in der Kulturgeschichte des slowakischen Jud’entumes werden soll. Das „Maimonides- Institut" wird aus allen jüdischen Vereinen gebildet werden und erstrebt die. Hebung der jüdischen Kultur im Geiste Maimonides, im Geiste der edler auf gefaßten Bibel. So schlingen wir zwei Namen, die uns als Staatsbürger und Juden gleich teuer sind, in diesem Institute zu einem schönen Monogramme zusammen. Der israelitische Landeskongreß in Budapest Der Verlauf dieser imposanten Tagung, die Gelegenheit gab, die restlose Zugehörigkeit d.es ungarländischen Judentum mes zur Nation zu betonen und die gleiche Versicherung seitens des Staatsoberhauptes und den Regierungsstellen entgegrnzunehmen, war genug großes Ereignis, um auch von der ausländischen Tag'espresse registriert zu werden.^ Doch ist noch mancher Kommentar zum besseren Verständnis der Hochstimmung nötig, die einen eigentlich als jährlich wiederkehrenden Einrichtung erscheinenden Kongreß beherrscht hat. Das ungarische Judentum hat sich aus dem gefährlichen Stromwirbel der Unterdrückung, in welchen es vor 15 Jahren geraten war so glücklich herausgerettet, daß selbst die großen Erfolge d!es Antisemitismus im nahen Auslande nicht auf das befreundete Ungarn zurückwirken konnte. Streng sachlich beurteilt, muß festgestellt werden, daß das völlige Zugehörigkeitsgefühl zur Nation das ungarische Judentum vor dem Schicksale von Juden in anderen Landen bewahrt hat. Es lag natürlich viel Überschwang in manchen Reden, was natürlich ist, wenn sich zum jüdischen Pathos noch ungarische Rhetorik gesellt. 29