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Judaica · 1935-04-01 · 7-8 (April 1935) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
7-8 (April 1935)
Date
1935-04-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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schreibt ihm Dukes beglückwünschend. Das Glück währte nicht lange. Anton v. Schmid kaufte die Druckerei Schniseks in Press - bürg an, versah diese mit hebräischen Typen und wollte Stern dahin versetzen. Es kam zum Bruche und Stern verliess Wien. Im Jahre 1835 trat er als Oberlehrer an die Spitze der hebräisch-deutschen Schule in Eisenstadt, verliess dieselbe aber im Jahre 1S37, da der Oberrabbiner und seine Partei gegen diese Schule einen harten Kampf führten. Mitten all dieser Kämpfe und Leiden entsteht sein Meisterwerk „Tifereth ha-Tischbi“ (Wien, Anton v. Schmid 1839) ein Epos in acht Gesängen, das einen Sturm der Begeisterung hiervorgerufen hat, Es ist wohl unter dem Einfluss Klopstocks und der Mosiade Hartwig Wesselys entstanden, und besingt das Leben und das Wirken der überirdischen Erscheinung des Propheten Elias. ,,Die Bachurim der Pressburg Jeschiba liefen um Mitternacht in ihrem Zimmer auf und ab, um „Tifereth ha-Tischbi“ auswendig zu lernen“ erzählt mir jüngsthin der orth. Landespräses Adolf Frankl und sagt, zum Beweis, die ersten Strophen des prachtvollen Prologes aus dem Gedächtnis her. Das schön ausgestattete Werk verdankt dem Wiener Mäcenas Salamon B. Reitlingcr seine Herstellung. Dem Hauptwerk geht eine erschütternde Elegie über den allzufrühen Tod der Brüder Jakob Koppel und Nate Nathan, Enkel des unsterblichen Judenrichters Koppel Theben voran, die Stern in leidenschaftlichsten Akzenten des Schmerzes als wahre Idealgestalten schildert. „Tifereth ha-Tischbi“, die man die „Eliade“ nennen darf, räumt Mendel B’ri Stern einen Ehrenplatz im Pantheon der besten hebräischen Dichter aller Zeiten ein. Was dieses Epos hoch über die Menge hebräischer Dichtungen erhebt, ist die flammende Liebe zur Thora, die edle Goittesbegeisterung und innigste Religiosität, wie sie nur einem aus der Schule des Chatam Sopher's hervorgegangenen im wahren Sinne des Wortes g o 11 begnadeten Dichter aus reiner Seele quellen konnte.*) (Schluss folgt.) *) Sterns „Eliade” ist wohl das einzige grosse Epos eines Pressburgers überhaupt. z ^9 Wfl foil S* -»nrßyJ>< Unterschrift des Chatam Sofer auf einer Quittung über 83 fl. 20 kr. Conven- :ionsmünze als Gehalt für den Monat Igar 1833, gerichtet an den Vorsteher- Kassier Abraham Haim Joachim. 8

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