Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 7-8 (April 1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Jean Paul und Weber’s „Demokritos” zu den Lieblingen des Ghettos, das merkwürdigerweise Goethe gegenüber kalt geblieben ist. Im Alter von 12 Jahren gibt Max Emanuel Stern ein Bändchen Gedichte unter dem Titel: „Einige halbreife Erstlinge” (Pest Länderer 1824) heraus. Dieses kindlich ungelenkige aber Genie verratende Werk ist in wenigen Bibliographien seiner Werke aufgenommen; er hat vielleicht selbst die Vaterschaft verleugnet. Einige Verse scheinen in späteren Sammlungen aufgenommen worden sein. Wir erfahren aber da- König Sa«! s Glück m* GN»c, ) dramatisches Gedicht! in | vier AbtHcilunzen I Gmannrl Ätrrn. f Preßburg, 1853. - Sedrvck« bei Carl S. Snirebek. rin die bisher unbekannte Tatsache, daß Moritz G. Saphir es gewesen ist, der den jugendlichen Dichter ermutigt hat, auch der deutschen Muse zu huldigen. Das Büchlein ist Saphir und Frau Pepi Brüll, der reichen Kousine Saphirs gewidmet, die offenbar auch die Kosten des Druckes getragen hat. Er hätte niemals den Stab der Wissenschaft in den Honig der Poesie getaucht, schreibt der Knabe pathetisch, wenn ihn nicht Saphir bei seinem Aufenthalte in Pressburg dazu ermutigt hätte. Als Lehrer in Pressburg hat er nebst drei anderen Werken das Drama „König Sauls Glück und Ende“ herausgegeben,, das viel lyrische Schönheit und didaktische Weisheit enthält, aber kaum je über eine Bühne gezogen ist. Stern dürfte eine grosse Menge von Gelegenheitsgedichten geschaffen haben, die der Nachwelt verloren gegangen sind Eines derselben hing jahrzehntelang unerkannt im Vereine „Temime derech” in Pressburg unter Glas und Rahmen; eine Totenklage über den Vereinsrabbiner Ascher Wachterlitz, ge st. 1827. Der 16jährige Stern hat sie im Aufträge Abraham Schreibers verfaßt. Nach dem Tode seines Vaters 1833, legt er die Stelle des Lehrers nieder. Er wollte keinen Nutzen vom Tode seines Vaters ziehen, schreibt er sentimental an seinen besten Freund den unsterblichen Gelehrten L. Dükes. Freilich war es hauptsächlich die eherne Disziplin des Ghettos, welche besonders Dichter und Künstler bewog, das freiere Wien aufzusuchen. Das Glück war ihm da hold. Anton v. Schmid übertrug ihm das ebenso ehrenvolle als gut bezahlte Amt des Literaten und Korrektors, das stets von hervorragenden hebräischen Gelehrten versehen wurde, wie Löwisohn Bensew, Michael Duschinsky (dem Ahnherrn der Rabbiner-Familie) usw. „Du hast die goldene Kugel gezogen**