Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 7-8 (April 1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
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hundert in der Preßburger Schloßgrundgemeinde wirkende V o rst eher- Dynastie T h e b e n - M a n d 1 direkte Nachkommen der Judenpräfekte gewesen wären. Der wichtigste Anhaltspunkt ist die Erzählung des sei. Moritz Steiner, dessen Großmutter eine geborene Theben-Mandl war und Vieles vom Reichtum und Anstehen dieser Familie Zu erzählen wußte. Sie fügte aber stets hinzu, daß die Thebens von noch weit mächtigeren Vorstehern abstammten, als sie selbst waren! Hiezu kommt der Umstand, daß in der Familie Theben-)Vlandl der Name Jakob Mandl (oder Mendel) sich ebenso fortpflanzt wie in der Präfekten-Dynastie. Koppel Theben hieß auch eigentlich Jakob Mandl, wi'e sein Ahne, der auch hervorragender Vorsteher in Prteßburg war. Man darf annehmen, daß sich die Familie des Präfekten nach der Vertreibung der Juden aus der Innerstadt in Preßburg, wie viele andere in der Umgegend niedergelassen haben, in diesem Falle im nahen Grenzorte Theben, später aber wieder nach Preßburg-Schloßgrund zurückgekehrt sind und nach damaliger jüdischer Gewohnheit den Herkunftsnamen Theben angenommen haben. Diese Annahme wird noch bestärkt durch die patrizierhafte Art und Weise, mit welcher die Thebten-Mendls schon zu Ende des 17. Jahrhunderts hier auftretten. Die Dynastie Theben ist freilich mit weniger äußerlicher Pracht aber mit desto größerem Seelenadel ihrer Führeraufgabe gerecht geworden. „Jene mit Wagen und Pferden, wir aber im Namen des Herrn!“ Max Emanuel Stern Hebräischer und deutscher Dichter, geb. Pressburg, 9. November 1811, gest. Wien, 9. Feber 1873. Schwer lag die Hand des Herrn über die „gekrönte” Judengemeinde Pressburgs, als dem frommen und hochgelehrten Isaak Stern die Freudenkunde ward: Ein Sohn! — Menachem, Tröster, wurde das Neugeborene benamst, als sich die Besten der Gemeinde, an der Spitze kein Geringerer als Chatam Sofer zum heiligen Bundesfeste im Hause Isaak Sterns versammelt hatten. Die Mutterstadt in Israel hatte sich noch nicht von den Schrecken des Jahres 1809 erholt, da sich Feuer und Wasser gegen die hartgeprüfte Stadt verschworen hatten, als im Jahre 1811 eine zweite noch grauenhaftere Feuersbrunst das Ghetto vernichtete, das Spital zerstörte und das wertvolle Gemedndearchiv zu Asche verwandelte. Dazumal aber löste sich jedes Unheil in gute Vorsätze und fromme Gelübde auf. Da wird das Gebet noch andachts tiefer, die Liebesgabe reichlicher. Die Verehrung der Thora noch feuriger. Das öffentliche Leben wird ein edler Wettstreit von wissenschaftlicher Höhe, frommen Uebungen und den Taten der Opferfrteude und Selbstverleugnung. In diesem Treibhause von Gottesverehrung und Menschenliebe blühte die Dichterseele des jungen Max Emanuel wie eine 5