Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 7-8 (April 1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2708078-2708082-2708084--135-2708253- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Sopron 1× ep/1045741
OCR text
Und wahrhaftig all diese, blendende Pracht und der mächtige Einfluß beim Könige endigte in Verfolgung und Vertreibung!. Im Jahrfe 1505 schickte Jakobus Mendel II. schon seine Familie nach Preßburg und König Wladislaus II. empfiehlt diese dem Schutze der Stadt. (Preßburger Stadtarchiv.) Im Jahre 1515 befiehlt Kaiser Max den ungarischen Stänr und Behörden im Einverständnis mit dem König Wladislaus II., daß sie. die Familie des Judenpräfekten in Schutz nehmen sollen und im Falle des Todes des Königs in ihren Rechten belassen mögen und ihnen kein Leid anzlutun. (Stadtarchiv Sopron [Ödenburg].) Im Jahre 1517 wird der Stadt Preßburg von Ludwig II. befohlen, die Familie des Judenpräfekten nicht zur Tragung der Judentracht zu nötigen. Sie mögen die Gnade des Königs, welche der Judenpräfekt genießt, nicht schmälern und ihm, gegenüber seinen Schuldnern Recht verschaffen. Im Jahre 1520 schließt der Judenpräfekt Jakobus Mendel mit dem Palatin Stephan Bäthory d'en Kontrakt, der dem Palatin 400 fl. jährlich für den Schutz der Juden sichert. (Ungarisches Landesarchiv.) Im selben Jahre befiehlt auch Bäthory der Preßburger Stadt die Juden nicht zur Anlegung der Judentracht zu verhalten, ihnen aber auch nicht die vom Judenpräfekt auferlegte Steuer nachzulassen. (Preßburger Stadtarchiv.) Im Jahre 1526 bricht die große Katastrophe über Ungarn herein. In der Schlacht bei Mohäcs fällt der König Ludwig II., mit ihm versinkt das Arpadengeschlecht und die Unabhängige keit Ungarns. Damit endet auch nach kaum 50-jährigen Bestände die Glorie des „prince des juifz“. Die Familie hält sich noch einige Zeit in Preßburg auf. Nach der Schlacht von Mohäcs werden die Juden auf Befehl Marias aus der inneren Stadt Preßburg vertrieben. Die Familie Mendel scheint noch immerhin dort verblieben zu sein. (Auch die Familie Schacherls soll dieses Ausnahmsrecht besessen haben.) Im Jahre 1548 nämlich bittet Tobias Mendel sein Haus in Preßburg verkaufen zu dürfen, was darauf schließen läßt, daß sieh die Familie Mendel während der Schlacht von Mohäcs in Preßburg aufgehalten hat, da nur diesen der Verkauf ihrer Häuser erlaubt war, während der Besitz der von Preßburg geflüchteten Juden konfisziert wurde. * In flüchtigen Konturen haben wir in Wort und Bild die Geschichte der Judenpräfektur dargestellt. (Siehe S. Bettelheim: „Akten und Urkunden“ im Buche: Juden und Judengemeinde Bratislava, herausgegeben von H. Gold, wo die Regesten sämtlicher Urkunden über die Familie Mendel enthalten sind.) Die Familie verschwindet von der Bildfläche der jüdischen Geschichte. Wir glauben jedoch nach einigen Anhaltspunkten die Vermutung aussprechen Zu können, daß die im 18. Jahr- 4